Ein wenig Rührung in der Stimme hatte Ebensfelds Bürgermeister Bernhard Storath im Festzelt, als er im Festzelt ans Mikro trat und versuchte, die Bedeutung des Tages einigermaßen in Worte zu fassen: "So ein Fest wird es in Ebensfeld wohl so schnell nicht wieder geben - und Ihr könnt sagen, Ihr ward dabei." Er stand wie viele immer noch unter dem Eindruck des unvergesslichen Festzuges anlässlich des 150-Jahr-Feier der Feuerwehr.


Mit Girlanden geschmückt

Sage und schreibe 136 Vereine mit rund 3000 Mitwirkenden zogen, bejubelt von zahlreichen Bürgern, durch die Straßen Ebensfelds. Schon die Aufstellung am Festplatz bot einen beeindruckenden Anblick. Dann ging es vorbei am entstehenden Feuerwehrhaus in Richtung Kreisel und von dort weiter über Hauptstraße, Oberbrunner Straße, Untere Straße und Himmelreichstraße. Weite Bereiche der innerörtlichen Festzugstrecke waren zur Feier des Tages mit quer über die Straße gespannten Girlanden geschmückt.
Von A wie Arnstein bis Z wie Zapfendorf gaben sich unzählige Feuerwehren aus dem Kreis Lichtenfels und auch aus benachbarten Landkreisen die Ehre. Feuerwehr-Urgesteine, schicke Ehrendamen, der Nachwuchs aus den Kinder- und Jugendfeuerwehrgruppen, zwölf Musikvereine und so mancher weitere Verein - alle hatten sich die Zeit genommen.


Standarte aus dem Jahr 1907

Den Bürgern, die an den Straßen den Vereinen zuwinkten, wurde so mancher Hingucker dargeboten. So lief die Feuerwehr Unterneuses mit einer alten Standarte aus dem Jahr 1907. Für ein großes Hallo und schmunzelnde Gesichter sorgte die historische Löschpumpe der Prächtinger Wehr aus dem Jahr 1880. Und als wäre dies nicht schon Besonderheit genug: Das antike Stück funktioniert sogar noch, was etliche "Kostproben" bewiesen.
"Es war einfach ein geiler Festzug", war Bürgermeister Storath ganz überwältigt. Im Vorfeld waren schöne Holzschilder für die teilnehmenden Feuerwehren gebastelt, die Strecke musste geplant und abgesteckt werden. Sitzordnung der Vereine im Festzelt, Zurverfügungstellung der vielen benötigten Parkplätze - als Außenstehender wird einem oft gar nicht bewusst, welchen Kraftakt ein Festzug diesen Ausmaßes bedeutet. "Natürlich sind wir jetzt erleichtert, das alles so wunderbar geklappt hat", meinte Franz Kropp nach dem Festumzug.
Der jüngst zum Ehrenvorsitzenden ernannte Ebensfelder packte bei Transporten auf dem Traktor oder am Ausschank selbst mit an. Für ihn ganz selbstverständlich. Hunderte Helfer leisteten zum Gelingen das ihre in diesen Tagen, auch im Anschluss an den feierlichen Umzug. Mit der Musikvereinigung Ebensfeld und am Abend mit "Dieter und seinen Musikanten" wurde fröhlich weitergefeiert .
"Dieses Fest ist heute auch ein Stück weit den Müttern gewidmet", meinte ein ebenso blendend aufgelegter Festausschussvorsitzender Holger Lunkenbein, der in Feierlaune zum Scherzen aufgelegt war: "Und danke an die Frauen dafür, dass sie heute ihre Männer herausgelassen haben."

Natürlich wurde am Wochenende vor allem gefeiert mit Festzug und viel Musik, um das 150. Jubiläum der Feuerwehr zu begehen. Doch gerade solche "runden" Geburtstage sind auch Anlass, das Engagement der Feuerwehrleute auch anderswo zu betonen.


In Vertretung Söders

Dies war auch der Gesundheitsministerin Melanie Huml ein Anliegen, als sie sich neben weitere Ehrengästen ins Goldene Buch des Marktes Ebensfeld eintrug. "Unseren Feuerwehren, und an diesem Tag ganz besonders natürlich der Feuerwehr Ebensfeld, muss ich ein großes Kompliment aussprechen. Es ist wirklich klasse, was Ihr leistet", hob Huml beim Eintrag ins Goldene Buch sowie später noch einmal im Festzelt hervor. Um die wichtigen Feuerwehren tatkräftig zu unterstützen, sei es wichtig, dass alle an einem Strang ziehen. Die überregionale Politik stehe hier genauso in der Verantwortung wie die Kommunen vor Ort. Als sehr gutes Beispiel eines funktionierenden Miteinanders nannte Huml den Markt Ebensfeld, in dem sich Bürgermeister Bernhard Storath sehr für "seine" Feuerwehren im Gemeindegebiet einsetze. Huml kam in Vertretung des Ministerpräsidenten Markus Söder, der die Schirmherrschaft für das Fest übernommen hatte, wegen eines Staatsempfangs aber nicht kommen konnte.
Neben der Staatsministerin zückten auch Kreisbrandrat Timm Vogler, Landrat Christian Meißner, Bürgermeister Storath und die Gemeinderäte den Füllfederhalter, um auf der eigens für das Feuerwehrjubiläum eingerichtete Seite zu signieren. Im Rathaus selbst blieb für lange Reden kaum Zeit, schließlich standen unten am Festgelände bereits die vielen Feuerwehren und übrigen Vereine startbereit für den feierlichen Umzug.
Später im Festzelt nahm Kreisbrandrat Timm Vogler vor dem Hintergrund des gleichzeitig stattfindenden Kreisfeuerwehrtages die Gelegenheit wahr, allen beim Fest tätigen Helfern Danke zu sagen, die dazu beitrugen, "dass uns heute in Ebensfeld so eine tolle Gastfreundschaft zuteil wird". Beim Anblick der vielen Feuerwehren während des Festzuges sei ihm "warm ums Herz" geworden. Besonders gefreut habe ihn die Teilnahme der vielen Kinder- und Jugendfeuerwehrgruppen.
Die Grüße des Kreistages überbrachte Landrat Christian Meißner. Dessen Worte dürften Bürgermeister Storath heruntergegangen sein wie Öl: "Beim Umzug wurde wieder einmal deutlich, warum Ebensfeld die Toskana des Landkreises genannt wird." Auch Bürgermeister Hügerich gratulierte.


Torte mit Feuerwehrauto

So manches überreichte Geschenk spiegelte die Anerkennung für die rührige Ebensfelder Wehr. Kreisbrandrat Vogler übergab dem Festausschuss-Vorsitzenden Holger Lunkenbein zum Jubiläum eine gerahmte Urkunde. Von Staatsministerin Huml gab es im Namen der Staatsregierung einen schönen Wimpel.
Lecker und optisch gelungen - beide Attribute vereinigte die von Lisa Storath gebackene Torte mit dem Emblem eines Feuerwehrautos. Zusammen mit Bürgermeister, Staatsministerin und weiteren Ehrengästen wurde das kulinarische Schmuckstück feierlich angeschnitten. Das war einer von zahlreichen schönen Momenten, die in ein paar Jahren beim Rückblick auf das 150-Jahr-Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Ebensfeld unvergessen bleiben.