• Insolvenzverwalter hat Kaufvertrag für Moll-Batterien abgeschlossen
  • 260 Jobs in Bad Staffelstein sind sicher
  • Käufer spricht von großem Potenzial für "nachhaltiges und profitables Wachstum"

Rund ein Jahr nach der ersten Einstellung der Produktion ist für den Autozulieferer Moll-Batterien in Bad Staffelstein ein Käufer gefunden worden. Das gab Insolvenzverwalter Jürgen Wittmann jetzt in einer Pressemitteilung bekannt. 

Verkauf von Moll-Batterien: "Enorme Herausforderung für alle Beteiligten"

Nach "langen intensiven Verhandlungen" sei ein Kaufvertrag zur Übernahme und Fortführung des Geschäftsbetriebs der Akkumulatorenfabrik geschlossen worden. Die BAE Holding GmbH und BAE Batterien GmbH aus Berlin werde Moll-Batterien übernehmen. 

Die "Restrukturierung eines international tätigen Automobilzulieferers von Starterbatterien" und auch der Verkauf an einen "strategischen Investor in der Pandemie" habe für alle Beteiligten eine "enorme Herausforderung"  dargestellt, so der Insolvenzverwalter. 

Hinter der Geschäftsführung und den Beschäftigten liegt ein Jahr des Zitterns und Bangens. Weil aufgrund der Corona-Krise im Frühjahr 2020 viele Produktionsstätten der Automobilhersteller weltweit heruntergefahren wurden, gerieten auch Zulieferer wie Moll in Bedrängnis. Ende März 2020 wurde das Moll-Werk in Bad Staffelstein zeitweise geschlossen, alle Mitarbeiter mussten in Kurzarbeit. 

Moll musste im März 2020 Insolvenz beantragen

Daraufhin stellte der Batterien-Hersteller am 30. März 2020 einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Coburg. Kurze Zeit später besserte sich die Situation am Weltmarkt und die Mitarbeiter kehrten aus der Kurzarbeit zurück. Moll sei  "jederzeit voll leistungs- und lieferfähig", hieß es im Juni 2020 von Unternehmensseite. Gleichzeitig führe man Sondierungsgespräche mit potenziellen Investoren. 

Mit den BAE Batterien ist der nun gefunden. "BAE und MOLL ergänzen sich strategisch, kulturell sowie in der Positionierung als innovative Qualitäts- und Technologieführer", so BAE-Geschäftsführer Jan Ijspeert. Er sieht "großes Potenzial für nachhaltiges und profitables Wachstum" in der neuen Zusammenarbeit mit Moll. 

Und: "Die Restrukturierung des Insolvenzverwalters und die Erschließung neuer Geschäftsfelder ermöglicht den Erhalt von 260 qualifizierten Arbeitsplätzen in Bad Staffelstein und ist Garant für den Neustart. Wir werden den Namen des Gründers Peter J. Moll in Ehren halten und die Tradition des Unternehmens bewahren", verspricht der CEO. 

Betriebsrat: "Standort Bad Staffelstein bleibt erhalten"

Auch der Betriebsratsvorsitzende bei Moll, Patrick Werner, zeigt sich zufrieden. "Es gab keine betriebsbedingten Entlassungen. Alle Arbeits- und Ausbildungsverhältnisse gehen gesetzlich über. Der Standort Bad Staffelstein bleibt erhalten", so Werner. 

Die BAE Batterien wurden 1899 gegründet und haben ihren Sitz in Ost-Berlin. Dort stellt das Unternehmen Bleibatterien und Akkumulatoren für Flurförder- und Schienenfahrzeuge sowie unter anderem für Solaranlagen her. BAE wirbt mit einer "fest etablierten Position auf dem internationalen Batteriemarkt". 

Moll produziert seit 1945 Batterien, die vor allem für die Automobilindustrie gedacht sind, darunter in der Mehrzahl Starterbatterien. Einer der wichtigsten Partner ist nach Unternehmensangaben der Volkswagen-Konzern. Der wirtschaftliche Übergang zu BAE erfolge am 1. Mai 2021, heißt es.