"Die Wirtschaft in Oberfranken braucht Sie!" Das unterstrichen alle Laudatoren bei der Ehrung der Absolventen mit dem besten Qualifizierenden und dem besten Mittleren Schulabschluss im Großen Sitzungssaal im Landratsamt. Sie fand inzwischen zum vierten Mal statt und das mit gutem Grund: "Die Handwerksbetriebe in Oberfranken brauchen 18 000 Leute - davon 16 500 mit einem beruflichen Bildungsabschluss", betionte der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, Thomas Koller. Mit einem Wort: Beste Zukunftschancen für die sechs jungen Frauen und Männer, die für ihre erstklassigen Noten ausgezeichnet wurden.

Geehrt wurden von der Herzog-Otto-Schule Lichtenfels Danny Murmarchi (Quali, Note 1,3), Michaela Schmitt (M-Zug 1,22) und Fedaa Hakare, die - obwohl sie erst seit zwei Jahren in Deutschland lebt - ihren Quali mit 1,7 ablegte. Von der Mittelschule Altenkunstadt wurden Clemens Deeberg und Judith Wicklein (M-Zug, beide 1,22) und von der Adam-Riese-Schule Janina Wagner (Quali 1,3) ausgezeichnet.

"Wir sind stolz auf euch!", betonte Schulrätin Stefanie Mayr-Leidnecker vom Staatlichen Schulamt Lichtenfels. Sie stellte heraus, dass Hintergrund der Auszeichnung sei, die exzellenten Leistungen der Mittelschüler mehr in den Fokus der Öffentlichkeit zu bringen: "Oft habe ich das Gefühl, euer Fleiß, euer Engagement und eure hervorragenden Leistungen stehen bei den Menschen häufig etwas hinter denen der anderen weiterführenden Schulen. Deswegen bin ich froh und glücklich, dass wir heute einem breiten Kreis vorstellen dürfen, was unsere Mittelschulen und ihre Schüler leisten", sagte Mayr-Leidnecker.

Schulamtsdirektor Norbert Hauck ließ wissen, dass sich just an diesem Vormittag in allen oberfränkischen Schulämtern Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Schule trafen, um Schüler zu ehren, die beim Qualifizierenden Abschluss und beim Mittleren Abschluss an den Mittelschulen besondere Leistungen erreichten. "Unsere Mittelschulen bieten Erfolg durch Praxis", betonte er. Lehrplan, Fächerangebot und Unterrichtsmethoden kämen durch berufsbezogenes Lernen den Interessen, Lernweisen und Begabungen der Schüler entgegen und gäben der Schulart ihr eigenes Profil. Die Mittelschule basiere auf den drei Säulen Berufsorientierung ("Stark für den Beruf"), Allgemeinwissen ("Stark im Wissen) und Persönlichkeit ("Stark als Person").

Im Durchschnitt besuchten 30 Prozent aller Schüler diese Schulart, die wichtig für die Industrie und das Handwerk in der Region sei, da ein Großteil dieser Schüler in der Region bleibe, führte der Schulamtsdirektor vor Augen.

Landrat Christian Meißner gratulierte den jungen Menschen zu ihren hervorragenden Noten und betonte, er könne die Idee nur begrüßen, die besten Absolventen zu ehren. Dass die Vertreter von Handwerkskammer und Industrie- und Handelskammer vertreten seien, zeige schon allein, wie wichtig dieser Anlass sei und wie sehr die Mittelschüler geschätzt würden. "Die Mittelschülerinnen und Mittelschüler sind ein wichtiger Baustein in unserer Gesellschaft und in unserem Landkreis - wir geben uns Mühe, die besten Rahmenbedingungen für Sie zu schaffen, und wir hoffen, dass Sie unserer Region treu bleiben. Unsere Betriebe brauchen dringend fähige Nachwuchskräfte!"

Lob, Anerkennung und Glückwünsche im Namen der Stadt Lichtenfels sprach Bürgermeister Andreas Hügerich den Absolventen aus. "Wir brauchen euch", hob er hervor. "Euch stehen alle Möglichkeiten offen - es ist nur wichtig, dass ihr an eure Träume und Wünsche glaubt. "

HWK-Hauptgeschäftsführer Thomas Koller warf die Frage auf, ob denn so viele Reden tatsächlich notwendig seien: "Ja, genau so viele Reden müssen heute sein, genau so viele Ehrengäste müssen heute zu Ihnen sprechen. Denn genau damit wird Ihnen die Würdigung zuteil, die Sie sich redlich verdient haben."

Den Vertretern des oberfränkischen Handwerks sei diese Bestenehrung besonders wichtig, denn das Handwerk sei genau die Wirtschaftsgruppe, in der die meisten Absolventen der Mittelschulen ihre berufliche Heimat fänden. Das liege zum einen daran, dass die Mittelschulen weitaus beste Praxis- und Berufsorientierung haben und Jugendliche so auch ihre praktischen Talente besser entfalten könnten, so der HWK-Geschäftsführer.

Zum andere sei das Handwerk auch die Branche, die hervorragende Ausbildungs-, Berufs- und Karrierechancen biete, unabhängig von reinen Notendurchschnitten und theoretischen Leistungen. Im Handwerk laufe es derzeit bestens und deswegen brauche es entsprechend viele Fachkräfte.
Auch Fred Wunder von der IHK Oberfranken unterstrich: "Die Wirtschaft in Oberfranken braucht Sie."