Kronach (bu) Die Tarifverhandlungen an der Helios Frankenwaldklinik führten auch in der zweiten Runde zu keinem Ergebnis. Die tarifverhandelnde Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat die Arbeitsbedingungen an der Helios Frankenwaldklinik klar im Blick. Das Thema Entlastung von pflegerischem und medizinischem Personal und die Schaffung neuer Stellen im Pflegedienst standen daher im Mittelpunkt der tariflichen Forderung von ver.di. Ver.di hat der Helios Frankenwaldklinik im Rahmen der Tarifverhandlungen, die am 4. Dezember 2018 in der Klinik stattfanden, bereits einen Entwurf zu einem Tarifvertrag „Entlastung“ vorgelegt. Dieser von ver.di angestrebte Tarifvertrag beinhaltet die Schaffung neuer Stellen im Pflegebereich und ein sogenanntes Konsequenzenmanagement. Beim Konsequenzenmanagement soll festgelegt werden, welche Tätigkeiten mitunter auf später verschoben werden können, wenn es zu einer akuten und nicht vorhersehbaren Überlastung des Personals kommt. Die Verhandlungsführer für die Helios Frankenwaldklinik, allen voran der neue Klinikgeschäftsführer Philipp Löwenstein, hat nach anfänglicher Ablehnung eingesehen, dass eine Regelung zur Entlastung des Personals wohl notwendig sei. Die Klinikleitung wolle jedoch keine Tarifierung, sondern strebe lediglich eine betriebliche Vereinbarung zur Entlastung und Mitarbeiterzufriedenheit des Klinikpersonals an. Ver.di wertete dies als einen Schritt in die richtige Richtung. Allerdings konnte die Klinik noch keine Eckpunkte einer solchen Regelung – im Gegensatz zu ver.di – vorlegen. Das Thema Entlastung der Mitarbeiter wird daher in der dritten Verhandlungsrunde fortgeführt.

Weitere Kernforderung von ver.di war die Angleichung des Lohnniveaus an die umliegenden Krankenhäuser. „Die Leitwährung von ver.di ist und bleibt der Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes“, so Magdalene Majeed, Gewerkschaftssekretärin vom ver.di Bezirk Oberfranken West.

Aber auch die Vergütung spielte bei der Tarifrunde an der Helios Frankenwaldklinik eine zentrale Rolle. Unter dem Motto „Wir sind mehr wert“ war die Forderung nach der Tarifsteigerung entsprechend klar: In der Helios Frankenwaldklinik soll der Anschluss an das Niveau der umliegenden Krankenhäuser erreicht werden. Für die Gewerkschaft ist es nicht einsehbar, dass eine Pflegekraft z. B. in Kronach mehrere hundert Euro weniger verdient als in den umliegenden Kliniken. Ein Missstand, der laut Gewerkschaft Zug um Zug behoben werden müsse. Auf dem Weg zum Tarifniveau des öffentlichen Dienstes hat daher ver.di eine Gehaltserhöhung von 2,5 % ab Oktober 2018, 4 % ab Juli 2019 und 2,5 % ab März 2020 gefordert. Die Laufzeit des Tarifvertrages soll bei 24 Monaten liegen. Zusätzlich zur Lohnerhöhung sollen Medizintechnische Assistenten und Operationstechnische Assistenten 125,-- € monatlich und Hebamme eine Zulage von 250,-- € erhalten. Gerade die Zulage für die Hebammen sei wichtig, um die Attraktivität des Hebammenberufes in Kronach wieder zu steigern. Auch das Gehalt der Azubis soll deutlich um 2 x 75,-- € erhöht werden. Die Geschäftsführung der Helios Frankenwaldklinik konnte sich auf diese Forderung auf Lohnerhöhung nicht einlassen. Sie bot lediglich 1,5 % zum 01.10.2018, 3,3 % zum 01.10.2019 und nochmals 1,75 % zum 01.03.2020 an. Hebammen, Medizintechnische Assistenten und Operationstechnische Assistenten sollen lediglich eine Zulage von 100,-- € bekommen und auch das Angebot für die Auszubildenden lag weit unter den Forderungen der Gewerkschaft. Dennoch wertete die Tarifkommission von ver.di das Angebot der Arbeitgeberseite als einen Schritt in die richtige Richtung. „Zwar sind die Schritte recht klein, aber sie gehen zumindest voran“, so Manfred Burdich, Mitglied der ver.di Tarifkommission.

Die Verhandlungen werden am 17. Januar 2019 fortgeführt. Die Betriebsparteien gehen davon aus, dass es dann zu einer Einigung, zumindest in den monetären Fragen, kommen wird.