So sei die Zahl der Mitgliedsbetriebe binnen Jahresfrist um zwei auf 128 gesunken, sagte Zuchtleiter Markus Schricker bei der Jahresversammlung der Kreiszuchtgenossenschaft Kulmbach. Die Zahl der Kühe habe um 30 auf 6415 abgenommen.

Vor der Bekanntgabe der Zahlen hatten die Mitglieder der Kreiszuchtgenossenschaft unter der Leitung des Vorsitzenden Thomas Erlmann aus Waldau den Milchviehbetrieb von Kerstin und Hermann Grampp in Melkendorf besichtigt. Die Familie hatte ihren Hof früher in der Ortschaft. Obwohl sie bereits 2008 mit einem ersten Stall an den Ortsrand ausgesiedelt sei, müsse sie heute um jedes Stück Land kämpfen, sagte Hermann Grampp. Hauptgrund dafür sei die Ortsumgehung von Melkendorf. "Die Umgehung hat uns 13,5 Hektar Ackerland gekostet", so Grampp.


Maximales Tierwohl


Insgesamt bewirtschaftet die Familie 185 Hektar, im Stall sind 150 Milchkühe zu Hause. Man setze auf modernste Technik mit zwei Melkrobotern und auf maximales Tierwohl, so Grampp. Im Zuge der letzten Milchkrise war der Betrieb auf die Erzeugung von Biomilch umgestiegen. Ob eines der drei Kinder einmal den Hof übernimmt, steht laut Hermann Grampp noch in den Sternen. Gezwungen werden soll dazu niemand, schließlich geht der Landwirt von rund 60 Arbeitsstunden pro Woche aus. Ohne die tatkräftige Mithilfe der Ehefrau wäre es ohnehin nicht machbar.

Insgesamt hat der Rinderzuchtverband Oberfranken im zurückliegenden Wirtschaftsjahr seinen Umsatz von 18,2 auf 18,9 Millionen Euro gesteigert. Die Zahl der vermarkteten Tiere stieg von 32 600 auf 32 799 an. Das Wirtschaftsjahr endet bei den Rinderzüchtern am 30. September. Zuchtleiter Schricker sprach von einem beachtenswerten Niveau. Die Zahlen stützten sich vor allem auf den Export.

Auch oberfrankenweit sind die Zahlen rückläufig. Laut Schricker gab es im Bezirk zuletzt 1361 Mitgliedsbetriebe mit zusammen 71 201 Tieren. Das seien 63 Betriebe und 204 Kühe weniger als noch im Jahr zuvor.


Betriebe ausgezeichnet


Ausgezeichnet wurden bei der Versammlung die folgenden Landwirte mit den besten Jahresleistungen: Andrea Meister aus Schlockenau, Harald Küfner aus Untergräfenthal, Vorsitzender Thomas Erlmann aus Waldau und Dietmar Schmidt aus Reuth. Für Auszeichnungen bei der VFR-Tierschau 2017 wurden außerdem die Familien Hartmann aus Gössenreuth und Köber aus Osserich geehrt.

Höhepunkt des neuen Jahres wird die große Tierschau zum 120-jährigen Bestehen des Rinderzuchtverbandes Oberfranken am Sonntag, 18. März, in der Tierzuchthalle in Bayreuth sein.