KulmbachWer privaten Wohnraum für geflüchtete Ukrainer zur Verfügung stellt, kann mit einem finanziellen Ausgleich rechnen. Wie hoch der ist, kann man allerdings pauschal nicht sagen, wie Kathrin Limmer, Juristin am Kulmbacher Landratsamt, erläutert.

Verschiedene Faktoren

Abhängig sei das von verschiedenen Faktoren. So komme es beispielsweise darauf an, ob ein einzelnes Zimmer oder eine komplette Wohnung angeboten wird, ob es sich um eine kurzfristige oder längerfristige Unterbringung handelt. "Bei längerfristig angemieteten und abgeschlossenen Wohneinheiten können die Kosten über Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz abgerechnet werden, wenn der Mieter einen Leistungsanspruch hat", so Limmer. Ein Anspruch besteht ihren Worten zufolge nicht, wenn der Geflüchtete einer Beschäftigung mit auskömmlichen Einkünften nachgeht.

"Kreative Lösungen"

Wenn dringend Wohnraum benötigt wird, es aber keine privaten Angebote gibt, werde das Amt in Einzelfällen nach "kreativen Lösungen" suchen. "Es kann dann sein, dass wir versuchen, Wohnraum zu erhalten, für den der Vermieter eine Unkostenpauschale etwa für Strom, Wasser und Heizung erhält. Dann werden die tatsächlich entstehenden Kosten ersetzt", teilt die Juristin mit.

Keine Pro-Kopf-Pauschale

Bei der Flüchtlingswelle ab dem Jahr 2014 seien teilweise Pro-Kopf-Pauschalen bezahlt worden für Asylbewerber, "die staatlich untergebracht werden mussten". Bei den Flüchtlingen aus der Ukraine gebe es diese nicht, weil sie nicht unter den Asylbewerberstatus fallen. "Diese bekommen, wenn sie registriert sind und einen Leistungsantrag gestellt haben, neben monatlichen Geldbeträgen zur Deckung der Lebenshaltungskosten auch die Kosten der Unterbringung ersetzt." Der Preis, den der Vermieter erhalte, bestimmt sich nach den ortsüblichen Mietpreisen.

600 Personen schon erfasst

Aufgrund des großen Flüchtlingsansturms - bis dato sind um die 600 Personen im Landkreis Kulmbach erfasst - werden all die, die Unterkünfte zu Verfügung stellen, um Geduld gebeten. "Wir müssen zuvorderst dafür sorgen, dass die registrierten Flüchtlinge die Geldmittel für den täglichen Bedarf erhalten", so die Juristin am Landratsamt.

Hier gibt es Auskunft

Wer über die Homepage des Landkreises eine Unterkunft angeboten hat, wird Kathrin Limmer zufolge von der eigens eingerichteten Gruppe Wohnraum-Management kontaktiert, wenn diese für Flüchtlinge benötigt wird. Sind die Flüchtling registriert und haben sie einen Leistungsantrag auf Unterbringung gestellt, könne der Vermieter nach der Zuweisung die Kosten abrechnen. Kontakt mit dem Landratsamt könne man unter der Adresse wohnraum@landkreis-kulmbach.de aufnehmen, wenn es um Angebote von Wohnraum geht. Sofern bereits Personen in den Wohnungen/Räumen untergebracht sind, können Nachfragen hinsichtlich der Kosten der Unterkunft auch an soziale-angelegenheiten@landkreis-kulmbach.de gerichtet werden.