Das Forschungsinstitut für Musiktheater (Fimt) ist aus Thurnau nicht mehr wegzudenken. Rund um den Ahnensaal des Thurnauer Schlosses haben Professor Anno Mungen und sein Team seit Jahren ihre Büros. Hier ist der Ort, an dem wissenschaftlich gearbeitet wird und zwar an einem riesigen Spezialgebiet: Musiktheater.

Vergleichbare Forschungsinstitute gibt es in ganz Deutschland nicht. Dabei ist Musiktheater - im speziellen die Oper - ein nicht unwichtiger Teil unserer Geschichte und Gegenwart. Zum Festakt zum 40-jährigen Bestehen hat sich das "fimt" einen Referenten aus München bestellt. Prof. Christopher Balme von der Ludwig-Maximilians-Universität München sprach in seinem Festvortrag über Oper und Globalisierung. "Opernhäuser stehen auf der ganzen Welt und überall stehen sie für etwas anderes", so Balme. Er nannte die Oper ein Spiegelbild der Gesellschaft und ein Zeichen der Modernisierung. Er stellte insbesondere die aufstrebende "Opernmacht" China vor. Dort sei der durchschnittliche Opernbesucher unter 30 Jahre alt. In Deutschland liegt das Durchschnittsalter aktuell bei 57. Nirgends würden so viele Opernsänger ausgebildet wie seit einigen Jahren in China.


Ländlichen Raum stärken

Nicht nur Balme war als Gast in den Ahnensaal gekommen, sondern auch zahlreiche renommierte Ehrengäste aus der Region. Prof. Anno Mungen, der Leiter des Forschungsinstituts für Musiktheater, stellte die gute Vernetzung und zahlreiche Kooperationen des Instituts vor. Ministerialdirektor Herbert Püls vom Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst zeigte sich begeistert von der guten Arbeit, die hier geleistet wird und betonte den Willen der Staatsregierung, durch Institute wie dieses auch den ländlichen Raum zu stärken.

Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz, die auch Stiftungsratsvorsitzende der Oberfrankenstiftung ist, betonte, das Institut mache kein Spektakel um sich selbst, sondern überzeuge durch sein großes Renommee. Das Fimt sei damit Vorbild für das kommende Institut für Fränkische Landesgeschichte. Landrat Klaus Peter Söllner merkte an, die Gräflich Giech´sche Spitalstiftung als Hausherrin des Schlosses sei sich der guten Arbeit bewusst, die das Fimt für das Schloss leistet.

Bürgermeister Martin Bernreuther betonte von Seiten der Gemeinde auch, wie viele junge Leute durch das Institut Thurnau kennenlernen und teilweise auch hier leben. Prof. Stefan Leible, der Präsident der Uni Bayreuth, rief den Besuchern besonders die interdisziplinäre Arbeit, die hier am Institut geleistet wird, ins Gedächtnis. Prof. Sylvia Mayer, die Dekanin der Sprach- und Literaturwissenschaftlichen Fakultät in Bayreuth bezeichnete das Fimt als zentrale Größe der Uni Bayreuth und zeigte sich begeistert von der umfangreichen Literatur in, aber auch den hervorragenden Forschungsergebnissen aus Thurnau.


Alumniverein gegründet

Im Vorfeld des Festaktes hatten einige Studenten einen Alumniverein gegründet. Jasmin Groll ist dessen zweite Vorsitzende und sie beschrieb im Rahmen des Empfangs auch, wozu dieser Verein dienen soll. Er wird zur Vernetzung beitragen und Studenten wie Ehemaligen Möglichkeiten geben, miteinander in Kontakt zu treten.
Im Anschluss an den offiziellen Teil trat die Sopranistin Bea Robein unter Begleitung von Wolfram-Maria Märtig auf und sang Stücke aus dem Repertoire der Sängerin Anna Milder-Hauptmann, die von 1785 bis 1838 gelebt hatte. Mit dem Konzert wird damit auch ein stückweit Einblick in die Arbeit des Fimt gegeben. Sie sang Stücke von Beethoven, von Sigismund von Neukomm sowie Johann Nepomuk Hummels "Romanze". Katharina Müller-Sanke