Die Planungen für das Baugebiet waren schon recht weit fortgeschritten: Der Aufstellungsbeschluss war gefasst, die Träger öffentlicher Belange wurden gehört. Dabei machte eine Behörde auf ein landwirtschaftliches Silo in unmittelbarer Nähe aufmerksam, von dem Geruchsbeeinträchtigungen ausgehen könnten. Wenn aber eine Gemeinde ein Baugebiet aufstelle, müsse sorgenfreies Bauen gewährleistet sein, erklärte Bosch. Doch das habe sich mit dem Silo "gebissen". Die Folge: Das Baugebiet wurden vom Markt Mainleus auf Eis gelegt.

Dennoch will die Gemeinde Bauwilligen die Gelegenheit geben, in Willmersreuth ihren Traum vom Eigenheim zu verwirklichen. Das soll über eine Ortsabrundungssatzung geschehen.

Der Willmersreuther Michael Reuss zeigte sich mit den Äußerungen von Bosch unzufrieden. Er kritisierte die Informationspolitik der Gemeinde, die Grundstücksbesitzer beziehungsweise Bauinteressenten nicht über die Einstellung der Planungen informiert habe. "Da weiß man nicht, wie man sich richtig verhalten soll und ob man investieren kann." Laut Bürgermeister Bosch (CSU) ist eine Mitteilung über die Einstellung des Baugebiets kurz nach dem Beschluss erfolgt. Dem widersprach Reuss aber. "Ich habe nichts bekommen."

Ansonsten hatten die Willmersreuther nur kleine Probleme, die sie im Gasthaus "Zur Linde" am Mittwochabend zur Sprache brachten.

Siegfried Fröba wies darauf hin, dass am "alten Berg" die Blüten von Linden bei Wolkenbrüchen vom Regen in die Gullys gespühlt werden und diese verstopfen. "Die Gemeindearbeiter sollten die Gullys entleeren, damit beim nächsten Regen das Wasser abfließen kann."

Über die Wurzeln, die den Radweg vom Schwimmbad zur Sportanlage in Mainleus aufgebrochen haben und Stolperwellen bilden, , beklagte sich Edith Naujoks. "Ich achte ja drauf. Aber Radwanderer erschrecken da richtig."

Bürgermeister Bosch entgegnete, dass sich dort ein Naturschutzgebiet befindet und man nicht einfach die Wellen beseitigen kann, weil dabei die Wurzeln beschädigt werden können. Die Alternative Wegführung auf der anderen Seite des Sportplatzes entlang sei ebenfalls nicht optimal. "Wir könnten langfristig mit größerem Aufwand sanieren", sagte er. Als erste Maßnahmen sollen Warnschilder auf die Bodenerhebungen aufmerksam machen.

Lothar Kaiser wies auf Risse in der Straße "Willmersreuth" hin. Dort würde schon Gras aus den Spalten wachsen. Zudem forderte er ein Tempolimit auf der Strecke, weil manche Verkehrsteilnehmer dort zu sehr aufs Gas drücken. Bürgermeister Bosch nahm die Strecke als Anregung für eine Überwachung auf.

Und noch eine Verkehrsangelegenheit: Gerhard Naujoks machte auf ausgeblichene Schilder in der "Siebenbürgenstraße" und im Auweg aufmerksam und bat um Austausch.

Nachdem die "Hackfrauen" sich nicht mehr um das Grün entlang des "alten Bergs" kümmern können ("Die schaffen das auch aus Altersgründen nicht mehr"), fragte Brigitte Lauterbach nach einer Lösung: "Das Unkraut wächst. Kann man nicht einen Kompromiss finden, dass es eine halbwegs ansehliche Anlage wird?"

Dass das klappen wird, versicherte Bürgermeister Bosch, der die Frauen für ihr Engagement lobte. Der Gemeinde-Gärtner werde sich der Sache annehmen, habe aber im Moment viel zu tun: "In den vergangenen vier Wochen musste er den Eichenprozessionsspinner bekämpfen."

Jürgen Karg bat darum, die Sanierung von Dach und Heizung in den Gemeindestuben in Angriff zu nehmen. "Wenigstens bei der Heizung wäre es gut, wenn wir das heuer noch schaffen werden. Bei der Anlage gab es einige Störungen. Bosch versprach, sich der Sache anzunehmen. "Aber ich kann nicht versprechen, dass wir es schaffen."

Wie in vielen vorangegangenen Bürgerversammlungen (in Willmersreuth war die letzte in diesem Jahr in der Gemeinde), wurde auch am Mittwochabend das Thema Radwege angesprochen. Diesmal war es Brigitte Lauterbach, die sich die Verbindung Mainleus - Motschenbach - Buchau wünscht.

Dazu erklärte Bosch, dass man sich derzeit auf die Radwege Zentbachtal und Mainleus-Wernstein konzentriere. Er versicherte, dass es sich um ein wichtiges Thema handele, das vorangetrieben werde.

Apropos Fahrradfahrer: Die bräuchten ein Tempolimit im Auweg (ein Teil des Main-Radwegs), sagte Kurt Kolb. Und traf damit auch den Nerv von Lothar Kaiser: "Die zeigen dir den Vogel, wenn du dort mit dem Bulldog kommst."