Der Sieben-Tages-Inzidenzwert pro 100.000 Einwohner hat im Landkreis Kulmbach bereits am Wochenende den Frühwarnwert von 35 überschritten. Er lag am Montagabend bei 43. Am Mittwoch waren es bereits 54,28 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner. Am Donnerstag meldete das Robert-Koch-Institut einen Wert von 52,89.

Noch vor einer Woche war der Landkreis Kulmbach Corona-frei. Dann aber sollen sich vornehmlich junge Menschen auf einer privaten Feier mit dem Coronavirus infiziert haben.

An einer Real- und einer Berufsschule wurden fünf Klassen in Quarantäne geschickt. Im gesamten Landkreis gelten verschärfte Corona-Maßnahmen, beispielsweise strengere Kontaktbeschränkungen bei privaten und öffentlichen Veranstaltungen.

Besuchsverbot in Kliniken Kulmbach und Stadtsteinach

Die Verantwortlichen des Klinikum Kulmbach haben sich nach Rücksprache mit dem Landratsamt entschieden, sowohl für das Klinikum Kulmbach als auch für die Fachklinik Stadtsteinach ein komplettes Besuchsverbot auszusprechen. Das hat Brigitte Angermann, die Geschäftsführerin des Klinikums mit Fachklinik Stadtsteinach, mitgeteilt.

Das Besuchsverbot gilt seit Mittwoch, 16. September, und ist vorläufig befristet bis einschließlich Mittwoch, den 30. September. Das Besuchsverbot dient ausschließlich dem Schutz von Patienten und Mitarbeitern und soll helfen, mögliche Infektionswege weiter zu minimieren. Sofern ein berechtigtes Interesse besteht, sind Ausnahmen vom Besuchsverbot möglich. Dies gilt insbesondere bei Kindern, in Notfallsituationen, bei palliativen Patienten oder in der Versorgung von Sterbenden. Eine weitere Ausnahme gilt für werdende Väter, die zur Geburt zugelassen sind und danach bei Mutter und Kind bleiben dürfen.

Corona in Kulmbach: Telefonhotline eingerichtet

Für die Abklärung von Fragen steht im Klinikum Kulmbach eine Mitarbeiterin von 10 Uhr bis 16 Uhr telefonisch unter der Hotline-Nummer 09221/98-7959 zur Verfügung. In der Fachklinik Stadtsteinach wird um Abklärung über die Telefonnummer 09225/88-0 gebeten.

Ursprüngliche Meldung

Weiterhin gilt natürlich wie bisher ein absolutes Besuchsverbot für Angehörige mit Erkältungssymptomen, Fieber oder Durchfall. Persönliche Kleidung oder Gegenstände für die Patienten können am Haupteingang abgegeben werden und werden dann von Mitarbeitern der Kliniken auf die Station oder zum Patienten gebracht. Das Verbringen auf die Station oder zum Patienten wird von Mitarbeitern der Kliniken übernommen.

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Für Patienten, die einen ambulanten oder stationären Termin zur Aufnahme haben, gibt es aktuell keine Änderungen. Die Erhebung persönlicher Daten, des Gesundheitsstatus sowie die Testung vor oder bei stationärer Aufnahme werden unverändert fortgeführt. Seit Wiederaufnahme der Testung aller stationären Patienten am 10. August wurden über 2000 Patienten getestet und die Abstriche im hauseigenen Labor ausgewertet. Zusätzlich werden seit 8. September durch die Hygieneabteilung Reihentestungen von Mitarbeitern nach dem Bayerischen Testkonzept durchgeführt.

Zwischenzeitlich mehren sich die Anzeichen dafür, dass im Landkreis Kulmbach bei der Sieben-Tage-Inzidenz der Grenzwert von 50 überschritten wurde: Unter anderem hat das Landratsamt Kulmbach, das erst gestern in einer Pressekonferenz über die aktuelle Corona-Entwicklung informiert hat, für Dienstagnachmittag erneut zum Pressegespräch geladen.

Sollte dieser Grenzwert überschritten worden sein, wären weitreichende Beschränkungen im öffentlichen Leben die Folge.

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