Musik hat viele Fähigkeiten. Sie kann die Stimmung auf einer Party richtig anheizen, kann einem bei Liebeskummer Trost spenden oder uns in schönen Erinnerungen schwelgen lassen. Was sie aber auch kann, ist einem so richtig auf den Wecker gehen. Und zwar in Form von Kinderliedern, mit deren Inhalt ich beim besten Willen einfach nicht konform bin.

Da tanzt ein Gorilla mit Sonnenbrille und macht bei Sybille "kille kille", während er ihr abends die Sterne zeigt?! Interessant ist auch die Tante aus Marokko, die sich nicht entscheiden kann, ob sie nun mit ihren zwei Kamelen kommt oder nicht. Mal sagt sie per Brief zu, dann per Telegram wieder ab und dann ganz modern per SMS doch wieder zu. Ganz gruselig und meine Top eins der nervigsten aller Kinderlieder ist aber "Aramsamsam" - was wohl jeder kennen dürfte, der Nachwuchs hat. Wer den Text nicht kennt, bitte schön: "A ram sam sam a ram sam sam / Guli guli guli guli guli ram sam sam / A rabi a rabi / Guli guli guli guli guli ram sam sam". Mag sein, dass dieser Song, der eine Pein für die elterlichen Ohren ist, hochinteressante Aufschlüsse logopädischer Natur geben kann und er mit dazugehörigen Bewegungen auch die Koordination fördert. Aber ginge das nicht auch mit einem anderen Lied? Einem mit richtigen Worten? Einem, bei dem ich nicht das Gefühl habe, mein Sohn sei in ein Fass Rum gefallen und kommt mit den Auswirkungen nicht klar?

Das allerschlimmste ist ja aber, dass ich jetzt hier in der Redaktion sitze und einen fürchterlichen Ohrwurm habe. Und das wahrscheinlich für den Rest des Tages.

Danke, Aramsamsam. Für nichts.