Eigentlich müsste hier statt des Rubrikennamens "Burggeflüster" eher "Stadelgeflüster" stehen. Das Geschehen in und um den Bierstadel hat uns in der BR-Redaktion nämlich nicht nur am Wochenende sehr beschäftigt, sondern wird es mit Sicherheit auch noch während der nächsten Tage tun.
Und wenn da mancher nun stöhnt und fragt, ob es denn außer der Bierwoche keine anderen Themen mehr gibt - dann können wir das nachvollziehen. Auch in der Redaktion gibt es nicht nur Fans der Bierwoche. Aber dennoch: Das Ereignis beschäftigt die Menschen. Belegen lässt sich das zum Beispiel durch einen Blick auf unsere Facebook-Seite, wo heftig diskutiert wird. Oder durch einen Blick auf die Parkplätze am Rande der Innenstadt, wo deutlich mehr Reisebusse von auswärts stehen als zu anderen Jahreszeiten als der fünften, ganz besonderen.

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Keine Frage: Die Bierwoche ist ein Thema. Überall. Naja... vielleicht nicht gerade beim Bayerischen Rundfunk in München. Haben Sie am Wochenende mal beim Bayerischen Rundfunk hineingehört oder hineingeschaut? Nein?
Sie haben nichts verpasst. Jedenfalls nicht den Bericht über die Eröffnung der Kulmbacher Bierwoche, die sicher zu den bedeutendsten und beliebtesten Bierfesten in Bayern gehört. Ich habe lange in der Mediathek gestöbert. Nix. Kulmbach taucht da am Wochenende nicht auf. Es ist halt nicht die Wies'n. Wenn die am 22. September beginnt, werden wir, da wette ich, tägliche Sondersendungen zu sehen bekommen.

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Wenden wir den Blick von der Bayerischen Landeshauptstadt weg und wieder hin zur heimlichen Hauptstadt des Bieres. Eines ist uns gleich zum Auftakt der Bierwoche aufgefallen: Tracht ist nach wie vor Trend. Aber die Phase der Billig-Plastik-Faschings-Dirndl mit einem Rocksaum knapp unterhalb der Po-Backen scheint ihren Höhepunkt überschritten zu haben. Sehr viel Schönes, Stimmiges, Geschmackvolles war da zu sehen. Natürlich gab's auch modische Ausrutscher: die trachtenmäßig bestickten, sehr, sehr knappen Kunstleder-Shorts über sehr, sehr strammen Schenkeln zum Beispiel. Gar nicht schön! Sagt eine, die sich selbst solches Beinkleid auf jeden Fall verkneifen würde - aus dem eben genannten Grund!

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Tja, und dann müssen wir noch was loswerden: Die Sache mit dem Balkon. Der war uns sofort aufgefallen, als die ersten Fotos vom neuen Stadel die Runde machten. Wie schön müsste es sein, dort zu sitzen - mittendrin im Geschehen und doch an der frischen Luft, mit bestem Blick aufs Gelände und huldvoll nach unten grüßend. Und nun: Der Balkon ist gar nicht zur Nutzung gedacht! Geht nicht anders, sagt einer, der es wissen muss. Sicherheitsbedenken, Absturzgefahr... Schade. Aber, so meint unser Gewährsmann, ein richtiger Balkon ist es ja auch gar nicht. "Sind ja keine Geranien dran!"