Welche Eigenschaften muss ein würdiger Umweltpreisträger mitbringen? "Organisationstalent, Zielstrebigkeit und Engagement", sagte Sabine Fischer in ihrer Laudatio am Dienstagabend in der Kommunbräu. Und: "Er braucht die Fähigkeit, geradeaus, quer und manchmal auch rund zu denken." Weiterhin müsse er unerschrocken und fleißig sein und außergewöhnliche Visionen verfolgen, ergänzte Oliver Leimenstoll, und diese dann auch umsetzen. All diese Eigenschaften und noch mehr bringe die diesjährige Preisträgerin mit, sagten die beiden Laudatoren, die die Ehre hatten, die Auszeichnung der Kreisgruppe im Bund Naturschutz heuer an Ingrid Flieger zu übergeben.

Seit 25 Jahren ist die diplomierte Ingenieurin in der Abfallberatung im Landratsamt unermüdlich damit beschäftigt, sich in Sachen Ressourcenschonung, Müllvermeidung und Nachhaltigkeit für die Bürger einzusetzen und verschiedenste Gruppen und Institutionen in Projekten zu vereinen.

Maschinenbau studiert

Schon von Beginn an arbeitet sie eng mit dem BUND zusammen. Als Landrat Söllner sie 1997 noch zur Beauftragten für die Agenda 21 machte, ging Ingrid Flieger vollends in ihrer Aufgabe auf. "Was mir an meinem Job so gut gefällt, ist die Vielfalt, und dass ich mein Interesse für den Umweltschutz in meine Tätigkeit einbringen kann", so die 51-jährige Klimaschutz-Managerin, die Ende der 80-er Jahre in Coburg Maschinenbau mit Schwerpunkt Umwelttechnik studiert hatte.

Auch autofreien Sonntag initiiert

In 25 Jahren Aktivität kann sie auf eine Reihe erfolgreicher Projekte zurückblicken, die sie initiiert, mitgestaltet oder organisiert hat, darunter der autofreie Sonntag, Walderlebnistage und die Umweltschule für Kinder, die Klimaoffensive des Landkreises oder der Wettbewerb "Wir bewegen was". "Wir haben großen Respekt vor diesem Energiebündel", sagte Oliver Leimenstoll, Mitglied des erweiterten Vorstands der BN-Kreisgruppe Kulmbach, und sprach damit allen aus dem Herzen.

Auch Landrat Klaus-Peter Söllner, der sich besonders freute, dass eine Mitarbeiterin aus seinem Amt mit dem Umweltpreis 2015 bedacht wurde: "Sie sind immer darauf aus, alle in einem Team zu vereinen und das Team nach vorn zu bringen", würdigte er die Preisträgerin. "Dieser Preis gehört Ihnen ganz persönlich und mit voller Berechtigung."

Tom Konopka, Regionalreferent des BN für Mittel- und Oberfranken, gab einen kurzen Einblick in aktuelle Aktionen und Projekte, zum Beispiel den Kampf gegen den Bau eines Flughafens in Coburg und die Debatte zur Gleichstromtrasse. Auch hatte er gute Neuigkeiten in Bezug auf die Wiederansiedlung der Wildkatze in Oberfranken dabei. "Mit Unterstützung der Schüler des Caspar-Vischer-Gymnasiums ist es uns sogar gelungen, am Burgberg in Kulmbach eine Wildkatze nachzuweisen", berichtete Projektleiterin Sabine Mücke.

Neben der Wildkatze kümmern sich die Naturschützer auch wieder um die zahlreichen Kröten, die es während ihrer Wanderungen zu schützen gilt. "Wir suchen noch nach freiwilligen Helfern für den Zaun zwischen Leuchau und Lindau, die bei der Krötenzählung und -rettung mithelfen wollen", startete Erich Schiffelholz von der Amphibiengruppe einen Aufruf.

Neu: Kinder- und Jugendgruppe

Ganz neu ist heuer eine feste Kinder- und Jugendgruppe. Franziska Schumm und Sabine Mücke werden sich um die Betreuung der Jugendlichen kümmern und ihnen die Natur näherbringen. "Die Kinder brauchen die Möglichkeit, aktiv einzugreifen", erklärte Frannziska Schumm, die an einem Bayreuther Gymnasium auch als Umweltbeauftragte tätig ist. "Die Kinder haben ein großes Bedürfnis, an der Politik mitzuwirken, und es ist unglaublich, zu welchen Leistungen sie fähig sind." Wer sich für die Kinder- und Jugendgruppe interessiert, sollte zu einem ersten Treffen am 17. März um 16 Uhr ins Umweltbüro in der Oberen Stadt 13 kommen. Das weitere Jahresprogramm der BN-Kreisgruppe Kulmbach kann unter www.kulmbach.bund-naturschutz.de eingesehen werden.