Reumütig zeigten sich zwei Angeklagte am Mittwochvormittag vor dem Kulmbacher Schöffengericht unter der Leitung von Amtsgerichtsdirektor Christoph Berner. Einem 30-jährigen und einem 24-jährigen Kulmbacher wurde Sachbeschädigung in Höhe von rund 9000 Euro vorgeworfen. Die beiden hatten in einem Zeitraum von etwa 1,5 Jahren von 2015 bis 2016 mehrere parkende Autos beschädigt, indem sie wahllos im Vorbeifahren faustgroße Steine nach diesen warfen.
In 14 Fällen soll dies der Fall gewesen sein, letztendlich bekannten sich beide jedoch nur in sieben Fällen schuldig. Angesichts dessen, dass nach so langer Zeit die Schadenfeststellung schwer sei, stellte Richter Berner mit Zustimmung von Staatsanwalt Stephan Hoffmann sowie den Verteidigern Ralph Pittroff und Frank Stübinger das Verfahren in den anderen Fällen ein.


Alkohol im Spiel

Die beiden Angeklagten wurden offensichtlich durch einen gemeinsamen Bekannten auf die Idee gebracht, wobei der Ältere stets das Fahrzeug steuerte und der Jüngere - unter Alkoholeinfluss - die Steine aus dem Fenster warf. Obwohl dieser zum Zeitpunkt der ersten Taten noch unter 21 Jahre alt war, ließ Richter Berner das Jugendstrafrecht nicht zur Anwendung kommen und verurteilte ihn nach dem Erwachsenenstrafrecht. "Die Anzahl der geplanten Taten spricht gegen ein jugendtypisches Verhalten", sagte der Richter und unterstützte damit den Bericht der Jugendgerichtshilfe.
Eine Geldstrafe befanden Staatsanwalt Hoffmann und Richter Berner jedoch als angemessen, angesichts der Geständnisbereitschaft der beiden Angeklagten und ihres leeren Vorstrafenregisters. Er betonte jedoch, dass ihm ein solcher Fall noch nicht untergekommen sei. "Sie haben über einen langen Zeitraum immer wieder die gleiche Straftat begangen, da war kriminelle Energie am Werk."
Die beiden Angeklagten wurden in sieben Fällen der Sachbeschädigung für schuldig befunden. Der Fahrer des Wagens wurde zu einer Geldstrafe von 140 Tagessätzen à 40 Euro verurteilt, der Steinewerfer zu 180 Tagessätzen à 14 Euro.