In der Gemeinde Trebgast hat sich Herwig Neumann (CSU/NWG) knapp mit 51,29 Prozent gegen Ingo Moos (SPD/WG) durchgesetzt. Er wurde Nachfolger von Werner Diersch (SPD/WG), der nicht mehr angetreten war.

Waren die ersten 100 Tage Amtszeit mehr Spaß oder Stress?

Spaß und Stress sind für mich im Zusammenhang mit dem Amt nicht die richtigen Begriffe.

Es gab für mich viele freudige Momente, wie zum Beispiel die ersten Trauungen, die ich durchführen konnte - und Tage, die sehr eng getackte Termine haben. Im Großen und Ganzen ist es mein Traumberuf oder besser meine Berufung.

Haben Sie den Aufwand für das Amt unter- oder überschätzt? Was war die größte Umstellung im Vergleich zu Ihrem bisherigen Beruf?

Ich hatte schon eine ziemlich gute Vorstellung von dem Amt und den Aufgaben als Bürgermeister.

Die größte Umstellung zu meinen bisherigen Beruf ist, dass ich keine festen Arbeitszeiten habe.

Ein Bürgermeister ist fast immer im Dienst, wenn es einen Notfall im Gemeindegebiet gibt,erwarten

die Bürge zu Recht, die Präsenz vor Ort.

Wie hat sich Ihre Familie an Ihr neues Amt gewöhnt? Was ist im Familienleben anders geworden?

Meine Frau und unser elf Monate alter Sohn sehen mich am Abend weniger, dafür können wir

gemeinsam frühstücken. Oder ich nehme mir manchmal einen freien Tag für einen Ausflug.

Diese Zeit ist uns sehr wichtig.

Wie viele Stunden pro Woche wenden Sie durchschnittlich für das Bürgermeisteramt auf?

Grob geschätzt etwa 50 Stunden Präsenz im Rathaus, Außentermine bei den Baustellen und viele

Abendtermine. Nach der "Coronazeit" wird es wahrscheinlich mehr werden.

Auf welchen Erfolg in ihrer bisherigen Amtszeit sind Sie am meisten stolz? Was wollen Sie als nächstes angehen?

Ich konnte ein junges Paar, das in Trebgast bauen will, mit der Besitzerin eines Baugrundstücks

bekannt machen - und nun wird deren Traum vom eigenen Haus Wirklichkeit werden. Das hat mich sehr gefreut, Menschen zusammenbringen, damit sich etwas bewegt. Ich hoffe, dass wir noch einigen jungen Menschen den Traum vom Hausbau ermöglichen können. An diesem Thema sind wir schon dran.

Welches Projekt bereitet Ihnen am meisten Kopfzerbrechen?

Am meisten Kopfzerbrechen bereitet mir der Erhalt der gemeindlichen Straßen und der dazugehörigen Infrastruktur, wie zum Beispiel die Wasserleitungen. Dort geht es um viel Geld. Ohne Förderung durch den Freistaat wird es sehr schwierig werden, das alles zu stemmen.

Unmittelbar nach der Wahl (bzw. noch vor der Stichwahl) kam der Lockdown. Was hätten Sie ohne Corona unmittelbar nach Ihrem Amtsantritt anders gemacht?

Ohne Corona oder dem Lockdown hätten wir bestimmt unsere scheidenden Gemeinderatsmitglieder und meinen Vorgänger als Bürgermeister Werner Diersch würdig verabschiedet. Das ist aber nur aufgeschoben und wird, sobald es geht, nachgeholt.

Gibt es etwas, von dem sie nach 100 Tagen im Amt sagen: Damit hätte ich nicht gerechnet?

Dass ein Bürgermeister für sehr viele Menschen der erste Ansprechpartner ist, nicht nur bei

gemeindlichen Problemen. Die Bürgerinnen und Bürger erwarten Verständnis für ihre

Anliegen, und ich hoffe, dass ich vielen bei der Lösung ihrer Problemen weiterhelfen kann.