Sturmtief"Ignaz" hat am Donnerstag auch die Wehren im Landkreis Kulmbach auf Trab gehalten. "Wir haben von 7 bis etwa 12 Uhr rund 25 Einsätze registriert, und das über den ganzen Landkreis verteilt", sagte der Sprecher der Landkreiswehren, Yves Wächter - am Nachmittag, als der böige Wind nachgelassen hatte und die Wehrkräfte nach einigen turbulenten Stunden wieder heimgekehrt waren.

Viele Straßen mussten gesperrt werden

Diese hatten überwiegend eine Aufgabe zu erledigen: Bäume, die auf Fahrbahnen gefallen waren und die Straßen blockiert hatten, zu beseitigen. So im Stadtsteinacher Oberland, wo der Sturm besonders arg tobte, wie Yves Wächter mitteilte. Etwa im Pressecker Raum in den Höhen des Frankenwaldes bei Schnebes, Seubetenreuth, Reichenbach oder auch Wartenfels. Aber auch im westlichen Landkreis waren etliche Einsätze zu verzeichnen. So in Kasendorf, wo die Wehr mehrmals ausrücken musste und dabei auch auf der Staatsstraße in Richtung Azendorf gefordert war. Selbst auf der A 70 und auf der B 85 waren Bäume liegengeblieben.

Baum auf Bahngleis

Viele Straßen mussten kurzfristig gesperrt werden. Das führte gerade im morgendlichen Berufsverkehr zu Behinderungen. Einen besonderen Einsatz gab es bei Harsdorf zu verzeichnen. Dort war ein Baum auf einem Bahngleis gelandet. "Dadurch ist es auch zu Zugverspätungen gekommen", teilte Yves Wächter mit. Kaum Zeit zum Durchschnaufen hatten auch die Wehren im Kulmbacher Stadtgebiet, die unter anderem Bäume im Hutweg und Stadtsteinacher Weg, am Rehberg und auf der Straße nach Unterdornlach beseitigen musste. Kleinere Aufräumarbeiten erledigte das Team des städtischen Bauhofs.

"Glimpflich abgelaufen"

"Es ist alles in allem glimpflich abgelaufen. Es gab keinen Gebäudeschaden. Kein Baum ist auf ein Haus gefallen", lautete das Fazit von Stadtbrandmeister Michael Weich. Weder im Stadtgebiet noch im Landkreis gab es Verletzte, wie der Sprecher der Landkreiswehren, Yves Wächter, bestätigte. Wie die Polizei mitteilt, sind nicht nur Bäume umgeknickt. Es sei vielerorts zu Behinderungen gekommen, weil Verkehrsschilder oder Baueinrichtungen umgefallen und auf der Fahrbahn gelandet sind.

Ohne Strom

In einigen Orten kam es zu Stromausfällen, weil Bäume auf Freileitungen gefallen sind, wie der Pressesprecher von Bayernwerk Netz, Christian Martens, auf Anfrage unserer Zeitung bestätigt. Betroffen waren unter anderem Kirchleus, Lösau und Lehenthal. Am Nachmittag sei die Stromversorgung wieder hergestellt gewesen

Bürger können helfen

Ob nach "Ignatz" noch ein weiteres herbstliches Sturmtief kommen wird? Die Wehren sind gewappnet. Dass die Bürger an solchen Tagen selbst Einiges dazu beitragen können, um die Einsatzkräfte zu entlasten, stellt Yves Wächter fest. Kleinere Äste, die etwa auf Gehwege oder Straßen gefallen sind, könnten beseitigt werden, "wenn man sich dabei selbst keiner Gefahr aussetzt".

"Immer auf den Nachbarn schauen"

Gibt es eine Unwetterwarnung, sollte man vor der eigenen Haustür Gegenstände sichern. "Das Trampolin oder auch die Mülltonne etwa, damit die nicht wegfliegen." Und einen Rat hat Wächter auch noch parat: "Immer auch einen Blick auf die Nachbarn werfen, denen man vielleicht helfen kann."