"Sagenhafte 234 322 Kilometern wurden von 1056 Radlern in 42 Teams für den Landkreis Kulmbach erfahren", sagte Klimaschutzmanagerin Ingrid Flieger anlässlich der Preisverleihung am Samstagnachmittag im Mönchshofbiergarten.

Die Idee für die Teilnahme an dem bundesweiten Wettbewerb brachten die Jugendlichen der Fridays-for-Future-Bewegung Kulmbach in die Klimawerkstatt des Landkreises ein. "Und unser Umweltausschuss hat die Aktion gleich beschlossen", ergänzte Landrat Klaus Peter Söllner.

Der Landkreis Kulmbach belegt im Ranking der "Newcomer" in der Kategorie 50 000 bis 99 000 Einwohner aktuell deutschlandweit Rang 18 und bayernweit Rang 5. "Wir waren absolut überrascht über die Resonanz", erklärte Ingrid Flieger. Sie habe sich anfangs gefragt, ob man überhaupt 1000 Kilometer schaffen würde. "Aber das Radfahren war die erste Sportart, die nach den starken Einschränkungen wieder freigegeben wurde."

Als bemerkenswert bezeichnete Landrat Söllner den Einsatz des "Radelnden Rentners" Herbert Geyer aus Untersteinach mit 2 165 Kilometern. Die "Leuchertzer-Radler" seien mit 55 Radlern und 14 000 Kilometern die beste teilnehmende Gemeinde des Landkreises gewesen.

Auch die Leistung der "Stadtreadeln-Stars" sei beeindruckend. "Sie haben 21 Tage ganz auf das Auto verzichtet, das war sicher nicht leicht", sagte Ingrid Flieger. Jutta Kratzel (881,1 Kilometer) sei froh gewesen, ihren Autoschlüssel wieder ausgehändigt bekommen zu haben, und Michel Merkel (2800,1 Kilometer) aus Harsdorf wurde während des Aktionszeitraums 18 Jahre alt und wäre bestimmt gerne an diesem Tag Auto gefahren, aber er habe verzichtet. "Das war aber okay, denn ich fahre ohnehin sehr gerne Rad", lachte der Schüler der Q11. Sein Ziel waren mindestens 100 Kilometer am Tag."

Die radelaktivsten Schulteams waren das MGF mit 31 425 Kilometern auf Platz 3, das CVG mit 33 456 Kilometern auf Platz 2 und die Realschule mit 34 919 Kilometern auf Platz 1.

Die Schulteams mit den meisten Radkilometern pro Person waren die Friedrich-von-Ellrodt-Schule Neudrossenfeld mit 208,5 Kilometern , die Adalbert-Raps-Schule mit 218,1 Kilometern und die Hans-Wilsdorf-Schule mit 688,1 Kilometern.

Die radelaktivsten nichtschulischen Teams waren das BRK Kulmbach mit 13 328 Kilometern auf Rang 3, die Leuchertz-Radler mit 13 829 Kilometern auf Platz 2 und der ASV Triathlon mit 17 478 Kilometern auf Rang 1.

Die Teams mit den meisten Radkilometern pro Person waren die Radelnden Rentner Untersteinach (Herbert Geyer und Werner Passing) auf Platz 1, MSG (Mehr-Spaß-Gruppe) auf Platz 2 und die Gemeinde Harsdorf auf Platz 3. Die besten Einzelergebnisse erzielten Michel Merkel (2800 Kilometer), Herbert Geyer (2165 Kilometer) und Volker Scheibe (1834 Kilometer).

Landrat und Klimaschutzmanagerin zeigten sich begeistert von den Ergebnissen und stellten ein erneutes Stadtradeln auch für das Jahr 2021 im Landkreis Kulmbach in Aussicht. "Am Donnerstag hat der Umweltausschuss grünes Licht gegeben, wir werden uns erneut beteiligen", sagte Ingrid Flieger.

Das Stadtradeln habe darüber hinaus noch eine Sache verdeutlicht: "Unseren Radwegeausbau müssen wir jetzt richtig anpacken. Wir müssen auch dafür sorgen, dass alle Schüler mit dem Rad sicher zur Schule kommen."