Zwei Vereine, das gleiche Problem: Die Kader des TSV Presseck und des TSV Enchenreuth waren sehr klein. Die Verantwortlichen waren sich einig: In zwei bis drei Jahren wären die Lichter ausgegangen. Die logische Folge war der Zusammenschluss als Spielgemeinschaft. Und es entwickelte sich eine Erfolgsgeschichte. Im ersten Jahr nach der Gründung stieg die SG Enchenreuth/Presseck als Meister der Kreisklasse Hof West in die Kreisliga auf.

"Der Zusammenschluss war kein einfacher Prozess", sagt Gerhard Leinfelder, sportlicher Leiter der SG. "Aber es war in jeder Hinsicht der richtige Schritt und kam gerade noch rechtzeitig." So ergänzen sich die Pressecker und Enchenreuther mittlerweile "auf vielen Ebenen" sehr gut, es gebe keine organisatorischen Probleme. Die Zuschauerzahlen von 120 bis 140 bei Heimspielen belegen, dass die Spielgemeinschaft von beiden Vereinen akzeptiert wird. Und die letzten Skeptiker seien spätestens durch den sportlichen Erfolg verstummt.

Die sportliche Leistung ist eindrucksvoll: Die SG war in der Saison 2017/18 nie schlechter platziert als Rang 2. Den 25 Siegen stehen nur je zwei Unentschieden und Niederlagen gegenüber. In ihren 14 Auswärtsspielen blieb die Mannschaft von Erfolgstrainer Michael Werzer sogar ohne Niederlage und holte 40 von 42 möglichen Punkten. Zudem stellte das Team aus Enchenreuth und Presseck mit 116 Treffern die mit Abstand beste Offensive und zusammen mit dem FC Höllental (25 Gegentreffer) die stärkste Defensive der Liga. Die Torjägerkanone holte Michael Burger mit überragenden 40 Treffern. Zudem bereitete er 14 Tore vor.

Trotz dieser Bilanz war das Meisterschaftsrennen sehr eng. Auch der FC Eintracht Münchberg II spielte eine tolle Saison. Die Vorentscheidung fiel erst Anfang Mai, als die SG das Spitzenspiel bei der Eintracht mit 2:1 für sich entschied - und sich so den entscheidenden Vorsprung sicherte. "Wir haben nach der Winterpause nur noch zwei Punkte liegen gelassen", sagt Leinfelder. "Wichtiger Grundstein dafür war unser Wintertrainingslager in Tschechien. Da ist die Mannschaft noch ein Stück enger zusammengewachsen." Stolz ist der sportliche Leiter auch darauf, dass sich der Kader der ersten und zweiten SG-Mannschaft zu 80 Prozent aus Eigengewächsen der beiden Kooperationsvereine zusammensetzt. Und das soll auch in der Kreisliga so bleiben: "Der Stamm des Teams bleibt erhalten", betont Leinfelder. "Aber natürlich denken wir über sinnvolle Ergänzungen nach."

Denn in der Kreisliga Hof freut sich die SG nicht nur auf Derbys gegen den FC Frankenwald und den TuS Schauenstein, sondern will auch eine gute Rolle spielen. Minimalziel ist der Klassenerhalt. Doch Leinfelder hält sogar einen einstelligen Tabellenplatz für realistisch. Aktuell denkt der sportliche Leiter aber eher an die Aufstiegsfeierlichkeiten. Die starten am Samstag (Zeltbetrieb ab etwa 19 Uhr) auf dem Marktplatz in Enchenreuth. Am 16. Juni folgt um 18 Uhr der Empfang der Mannschaft im Rathaus in Presseck. Ab 20 Uhr wird im Sportheim Schützenhaus mit Fans und Freunden weitergefeiert.