"Danke für vier bewegte Jahre und dafür, dass Ihr Euch gemeinsam mit mir den Aufgaben gestellt habt. Es hat sehr viel Spaß gemacht", sagte Neumeister, Vorsitzender des Kreises Bamberg-Bayreuth-Kulmbach zu den Vertretern der Vereine und seinen Mitstreitern im Kreisausschuss. Seinen Einsatz würdigten die Wahlberechtigten - 283 Vereinsdelegierte und insgesamt 337 Vereins- und Verbandsvertreter waren vor Ort - mit der einstimmigen Wiederwahl, nachdem zuvor der Kreisausschuss ebenfalls einstimmig entlastet wurde.

Auch Kreisjugendleiter Thomas Sauerstein, die Kreisbeauftragte für Frauen- und Mädchenfußball Christine Endres sowie Kreis-Schiedsrichterobmann Günther Reitzner erhielten erneut das Vertrauen der Stimmberechtigten. Jann Brauner als Kreis-Sportgerichtsvorsitzender und Stefan Schmitt als Kreis-Ehrenamtsbeauftragter sollen den Kreisausschuss komplettieren. Sie werden vom Präsidium des bayerischen Fußballverbandes (BFV) berufen.


Den Ball ins Netz

Der BFV-Präsident Rainer Koch ging in Kulmbach vor allem auf das Motto der Veranstaltung "Den Ball ins Netz" ein. Zentrale Themen waren die Digitalisierung und die Veränderungen in "dieser verrückten Welt, auf die der Amateurfußball reagieren muss".

Doch koste die Digitalisierung viel Geld. Im Finanzierungskonzept des BFV, das einen Mehraufwand von 1,5 Millionen Euro vorsieht, schlägt sie mit 250 000 Euro zu Buche. Der Gesamtbetrag setzt sich zudem aus Baumaßnahmen in der Brienner Straße (600 000), der Sanierung der Sportschule Oberhaching (300 000), der jährlichen Gehaltsanpassung (100 000) und sonstigen inflationsbedingten Anpassungen (250 000) zusammen. Dies wurde vom Verband gemeinsam mit Vereinen in der AG Finanzen erarbeitet. Die Arbeitsgruppe sollte für Transparenz sorgen, wie Koch betonte. 4600 Vereine in Bayern waren eingeladen, sich aktiv daran zu beteiligen. Doch es waren nur etwas mehr als zwei Dutzend Vereinsvertreter, die sich bei drei Treffen intensiv mit dem Thema beschäftigt hatten.

Gedeckt werden sollen die Mehrkosten durch eine Drei-Säulen-Lösung (je 0,5 Millionen Euro): Zum einen von den Vereinen, auf die eine Mehrbelastung von 120 Euro pro Jahr zukommt. Zum anderen vom BFV durch erhöhtes Marketing, Staatszuschüsse für Sanierungen und Mehreinnahmen durch den Grundlagenvertrag sowie durch personenspezifische Gebühren (zum Beispiel für die Trainerausbildung). Ob das Säulenkonzept durchgesetzt wird, entscheidet sich am Verbandstag.
Sorgen bereitet Koch der Rückgang bei den aktiven Schiedsrichtern: 14 000 Spiele in Bayern werden von etwa 10 000 Unparteiischen abgedeckt. Fehlender Respekt von Seiten der Spieler, Trainer und Funktionäre sei ein Grund dieser Unterbesetzung. Es gelte, die Attraktivität des Amtes zu steigern - auch durch eine Anhebung der Spesen. "2018 ist eine Anpassung unvermeidlich", stellte Koch fest.
Trotz immer schwieriger werdender Rahmenbedingungen und des kaum aufhaltbaren Zuschauerrückgangs gehe es dem Amateurfußball aber noch immer gut. "Er ist ein wichtiger Teil unseres Lebens, für den es sich zu kämpfen lohnt", sagte Koch. Angesichts einer zunehmenden Eventisierung des Alltags müsse auch der Fußball im Kalenderjahr für mehr Highlights sorgen, beispielsweise die Bewerbung von Derbys oder Relegationsspielen.


Diskussion über drei Reformen

Beim Kreistag waren die Teilnehmer zudem aufgerufen, ihre Meinung zu drei möglichen Reformen im Spielbetrieb zu äußern. Zur Diskussion standen folgende Punkte:

1. Einsatz in verschiedenen Mannschaften: Wenn ein Spieler in der ersten Halbzeit in der höherklassigen Mannschaft gespielt hat, muss er zwei Spiele oder zehn Tage aussetzen, ehe er im niederklassigen Team auflaufen darf. Es gibt aber eine Sonderregelung: Spielt die Erste maximal in der Kreisliga und die Zweite in einer der unteren beiden Ligen, dann entfällt diese Sperrfrist. Dann können bis zu drei Spieler in der Zweiten eingesetzt werden. Für die Abschaffung der Sonderregelung auf Kreisebene sprachen sich beim Kulmbacher Kreistag 26,1 Prozent aus, dagegen 73,9 Prozent.

2. A-Junioren in Herren-Teams: Seit 2014 ist es nicht mehr erlaubt, dass A-Junioren des jüngeren Jahrgangs nach Vollendung des 18. Lebensjahres sofort in der Herren-Mannschaft eingesetzt werden dürfen. Aktuell müssten sie dafür bis zur folgenden Saison warten. Diese Regel soll wieder geändert werden. Dafür sprachen sich 73,9 Prozent der Teilnehmer des Kreistages aus, dagegen 26,1.

3. Mehr Auswechslungen auf Kreisebene: Das International Football Association Board (IFAB) hat beschlossen, dass künftig bis zu fünf Auswechslungen pro Team möglich sind. Für Bayern steht diese Erweiterung auf Kreisebene zur Diskussion. Dafür votierten 31,3 Prozent, dagegen 68,7.
Der oberfränkische BFV-Bezirksvorsitzende Thomas Unger, der die Ergebnisse bekannt gab, erklärte: "Dieses Meinungsbild wird nun in die nächste Ebene mitgenommen."


Zwei Ehrungen


Zudem gab es beim Kreistag in Kulmbach zwei Ehrungen.

Hans-Georg Maciejonczyk
(ehemaliger Kreis-Spielleiter) wurde unter lautem Beifall zum Ehren-Kreisvorsitzenden ernannt.

Henry Schramm
(Oberbürgermeister Kulmbach) erhielt die silberne Ehrenplakette für besondere Verdienste des Bayerischen Fußball-Verbandes.

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