Celina Bär ist in die Geschichte der World Fitness Federation (Welt-Fitnessverband) eingegangen: Die 15-jährige Himmelkronerin hat sich in Singapur in der Aerobic-Klasse zur jüngsten Miss Universe aller Zeiten gekrönt. Der Titel ist der höchstmögliche im Amateurbereich.

Im Jahr 2018 machte Bär einen Riesensprung: Sie gewann die deutsche Meisterschaft und wurde vor kurzem Europameisterin im eigenen Land. Den Profistatus (Pro-Card) hat sie damals noch abgelehnt. So war sie in Singapur, der Wettbewerb fand nicht in in einer Sporthalle, sondern im bekannten Nachtclub "Zouk" statt, noch als Amateurin startberechtigt - und traf auf sehr starke Konkurrenz. Gerade die beweglichen Asiatinnen zeigten starke Vorstellungen. Doch Bär ließ sich nicht beeindrucken und setzte sich an die Spitze. Der Gewinnerin wurde die Pro-Card angeboten. Jetzt stimmte Bär zu. Sie hatte schon im Vorfeld angekündigt, dass sie Profi wird, falls sie sich den Universe-Titel sichert. Auch der kurz darauf folgende erste Profi-Wettkampf endete für Bär mit einem Podestplatz - Rang 3.

"Wenn mir vor einem Jahr jemand gesagt hätte, dass ich einmal Miss Universe werde, hätte ich nur darüber gelacht", sagte Bär nach dem Wettkampf. "Sportlich ist es ein Wahnsinns-Highlight. In meinem Privatleben wird sich aber durch den Titel nichts ändern. Ich konzentriere mich weiterhin auf die Schule und treffe mich wie bislang oft mit meinen Freunden." Aber die 15-Jährige wusste auch, dass sich die harte Trainingsarbeit im vergangenen halben Jahr mit vier Einheiten pro Woche gelohnt hatte.


Erst vor drei Jahren angefangen

Vor drei Jahren waren die Erfolge von Bär noch nicht absehbar. Als Zwölfjährige sammelte sie erste Aerobic-Erfahrungen im Sportfitness-Training des SFV Bindlach. Auf Fußball hatte sie keine Lust mehr. Ihre Mutter erinnert sich noch daran, dass Celina schon immer lieber Räder schlug als gegen den Ball zu treten. Und Celina Bärs Aerobic-Talent wurde schnell erkannt, sofort wechselte sie in die Leistungsgruppe. Im Alter von 13 Jahren holte sie den Titel "deutsche Newcomer-Meisterin der Damen". Ein halbes Jahr später folgt der DM-Titel der Damen und der Vize-WM-Titel in der Jugendklasse bis 14 Jahre in Belgrad. In Dublin startete sie als jüngste Teilnehmerin bei der Weltmeisterschaft der Damen, für eine Medaille reichte es als Fünfte nicht. Doch ihre gesammelten Erfahrungen kamen ihr ein Jahr später zugute: Mit 14 Jahren wurde sie in Zypern Vizeweltmeisterin. Und jetzt will Bär in der Profi-Klasse durchstarten: "Ich will mich bei meinem nächsten Profi-Wettkampf, der Weltmeisterschaft in den USA, in den Top 3 der Weltspitze etablieren. Hier ganz oben zu stehen ist natürlich noch ein ganz großes und hartes Stück Arbeit, aber das ist mein Ziel für 2020."

Der einzig kleine Wermutstropfen: Als Profi darf Bär nicht mehr als Kapitänin des Jugendnationalteam s starten. Trotzdem will sie dem deutschen Aerobic Nachwuchs zukünftig als Mannschaftsführerin zur Verfügung stehen. ki