Mehr als 200 Turnerinnen aus Bayern ermittelten in den vergangenen Wochen die jeweils Besten im Kürprogramm der Leistungsklassen 1 bis 3. In der höchsten Klasse 1 ging es außerdem um die Qualifikation für die deutsche Meisterschaft. Und zwei Sportlerinnen des TSV 08 Kulmbach landeten im Vorderfeld in der Altersklasse der Zwölf- und 13-Jährigen: Während Jule Naundorf knapp scheiterte, sicherte sich Emma Heller einen der drei begehrten Quali-Plätze.

Am Stufenbarren zeigte Naundorf eine tolle Kür mit Riesenfelgen und Flugteilen, womit sie direkt ins Spitzenfeld kam. Heller hatte sich hier zum Abschluss die schwerste Übung des gesamten Starterfeldes vorgenommen: Den Konterschwung in den Salto vorwärts. Diesen konnte sie aber nicht stehen, wodurch sie sich zunächst im Verfolgerfeld wiederfand. Am Schwebebalken hatten sich beide mit ihrer Auswahl übernommen und mussten das Gerät verlassen. Da Hellers Übung aber auch hier die mit dem höchsten Ausgangswert war, erzielte sie dennoch eine gute Punktzahl. Am Boden zeigte dann Naundorf ihre Klasse und musste nur der späteren Siegerin den Vortritt lassen. Heller landete hier einige Male unsauber und fiel in der Gesamtwertung zurück.

Nun hieß es für beide, am Sprung noch einmal alles zu geben. Naundorf zeigte eine starke Schraube, scheiterte aber mit Platz 4 im Gesamtklassement knapp an der Meisterschaftsqualifikation. Hellers Leistung konnte am letzten Gerät keine Turnerin toppen - und ihr Traum von der Teilnahme an der deutschen Meisterschaft wurde mit Platz 3 und nur drei Zehnteln Rückstand auf Platz 1 Wirklichkeit.


Roßberg bei den Damen stark

Einen guten Tag erwischte auch die TSV-Spitzenturnerin Maxi Roßberg, die in der höchsten Erwachsenen-Klasse ebenfalls auf Platz 3 kam. Sie zeigte am Stufenbarren mehrere Flugteile und Riesenfelgen. Bis auf kleine Fehler kam sie auch gut durch ihre schwierige Schwebebalkenkür, verlor aber im engen Feld Punkte auf die Führenden.

Am Boden rief sie ihre Routine ab - keine der zum Teil zwölf Jahre jüngeren Konkurrentinnen konnte ihr Paroli bieten. Nach einem guten Durchgang am Sprungtisch kam sie auf Platz 3, darf aber nicht an der deutschen Meisterschaft teilnehmen, da sie über 30 Jahre alt ist. Dafür wird sie wieder bei der deutschen Meisterschaft der Seniorinnen an den Start gehen, bei der sie im Vorjahr Zweite wurde.
Neben Roßberg erreichten auch die TSV-Turnerinnen Selina Somieski (11.) und Johanna Schmidt (13.) gute Platzierungen.
Einen Top-Ten-Platz sicherte sich Lia-Sophie Buchwald mit einem Flugelement am Stufenbarren in Klasse 2. Lea Schramm feierte als jüngste Teilnehmerin mit Platz 13 einen gelungenen Einstand. In Klasse 3 trat Annina Somieski konkurrenzlos an und gewann somit den Wettkampf der Neunjährigen. cp