Die Jahresausstellung gestaltet die Mainleuser Künstlerin Helga Hopfe.
Zum 85. Mal lädt der Bund Fränkischer Künstler zur Jahresausstellung. Zum dritten Mal wird heuer der Fränkische Kunstpreis vergeben. Und vieles ist neu, erläuterte Jurymitglied Christian Schoen. Denn Künstler haben längst die Hoheit an den Bildern verloren. Designer, Filmer, Fotografen, Werbestrategen und Computerspielentwickler sprechen mit.
"Der Künstler arbeitet in einer Nische, die zu einem Großteil von einem eigenen Markt bestimmt wird", so Schoen. Immer wieder müsse er sich Freiraum schaffen, sich frei schwimmen. "Ein wichtiges Kriterium für gute Kunst ist die Authentizität des Schaffenden", betonte Schoen. Nach diesem Kriterium hat die Jury entschieden.
"Der Fränkische Kunstpreis hat mit seiner mutigen Neuausrichtung, das heißt, seiner Öffnung der jungen Kunst zu, und mit seiner mehrheitlich von externen Fachleuten besetzten Jury einen bedeutsamen Schritt gemacht, um regionaler Kunst zu überregionaler Bedeutung zu verhelfen", betonte Schoen. Die 13 preisgekrönten Arbeiten spiegelten diesen neuen Ansatz wider. Es seien Werke, "die vom Leben erzählen und Fragen aufwerfen".
Auch der Vorsitzende des Bundes Fränkischer Künstler, Andreas Rossmann, freute sich an der neuen Offenheit. Ja, man möchte neue Künstler hereinlassen, dem Nachwuchs Möglichkeiten geben. Deshalb seien in diesem Jahr zusätzlich zehn Anerkennungspreise vergeben worden.
Für Oberbürgermeister Henry Schramm ist Kunst vor allem etwas, das die Menschen berühre, das sie emotional anspreche und fasziniere. "Mittlerweile sind es nicht mehr nur Künstler aus Franken, die den Bund so stark machen, es sind Künstler, die ihren Wohnsitz mittlerweile in Norddeutschland haben oder sogar im Ausland leben. Sie alle wirken heute gemeinsam bei der Kunstschau mit", so Schramm.
170 Künstler hätten mehr als 300 Werke für den Preis eingereicht - und 150 Künstler hätten sich für die Jahresausstellung beworben. "Die Jury hatte es nicht einfach, eine Auswahl zu treffen", betonte der OB.
Schramm zählte mit Anne-Kristin Fuhrmann, Marion Kotyba, Cornelia Morsch, Sabine Neunert, Günther Wolfrum und Roland Friedrich die heimischen Künstler auf. Alle würden Arbeiten zeigen , die sich sehen lassen können.
Besonders interessierten sich die zahlreichen Ehrengäste und Besucher der Vernissage für die Preisträgerbilder. Die Sieger standen gerne Rede und Antwort. So berichtete Yvonne Degrell davon, dass sie Tausende von Graphitstiften hat, die sie für das Bild verwendet. "Die dunkelhäutige junge Frau erscheint fast unwirklich aus der unergründlichen Tiefe des Bildraums heraus", schilderte Juror Christian Schoen die Faszination, die von ihrem Werk ausgeht. "Das Bild changiert zwischen einem Porträt lebensbejahender Schönheit und der Tragik eines Totenbildnisses."
Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage vom Quartett d'allumettes - vier Streichern mit Witz und Esprit aus Nürnberg.
Die Ausstellung ist bis zum 6. September in der Plassenburg zu sehen.