Fahrschüler können ein Lied davon singen: Der Schulbus ist meistens voll. Alle Sitzplätze sind besetzt, im Gang stehen die Schüler dicht an dicht. Zustände, die in Corona-Zeiten untragbar sind.

Wie reagieren die Verantwortlichen für die Schülerbeförderung auf die Herausforderung, die Kinder sicher zu transportieren? Setzen sie zusätzliche Busse ein? Lassen sie die vorhandenen Busse mehrfach fahren?

Wir haben, stellvertretend für alle, in einigen Kommunen nachgefragt, die jeweils für die Schülerbeförderung zu den Grund- und Mittelschulen zuständig sind. Anlass zur Sorge sehen unsere Gesprächspartner nicht. "Bei uns gibt es keine zusätzlichen Busse", sagt beispielsweise der Mainleuser Bürgermeister Robert Bosch. Der Ort werde auf verschiedenen Linien angefahren, deshalb seien die einzelnen Busse ohnehin nicht so voll.

Lediglich für die Schüler, die am Pilotprojekt "9 + 2" teilnehmen (hier wird der Stoff der 10. Klasse, die zu einem mittleren Abschluss führt, auf zwei Jahre gestreckt), wird vom ZOB in Kulmbach aus ein größerer Bus eingesetzt. Man werde die Situation natürlich beobachten, so Bosch. "Bei Bedarf können wir nachjustieren."

Ähnlich antwortet man uns in Stadtsteinach. Florian Puff, Geschäftsleiter im Rathaus, versichert, dass es in den bisher eingesetzten Bussen, die aus verschiedenen Gebieten des Einzugsbereichs der Schule kommen, genügend Sitzplätze für alle Kinder gebe. Besondere Maßnahmen seien deshalb nicht nötig, solange sich an den bestehenden Voraussetzungen nichts ändere.

"Die Schülerbeförderung wird ab Schulbeginn zunächst wie bisher stattfinden", erfahren wir aus dem Kulmbacher Rathaus. Die Zeit nach dem Lock-Down habe gezeigt, dass viele Eltern ihre Kinder lieber mit dem eigenen Auto zur Schule fahren, so Pressesprecher Jonas Gleich. Man gehe davon aus, dass das auch in den nächsten Wochen so sein werde. "Sollte dies nicht der Fall sein, so können wir aber natürlich jederzeit in Absprache mit der Firma Schütz umdisponieren und beispielsweise Linien doppelt fahren lassen, um die Menge an Mitfahrern zu verringern."

Für die weiterführenden Schulen (mit Ausnahme der Mittelschulen) ist der Landkreis Kulmbach zuständig. In einer Pressemitteilung verweist das Landratsamt darauf, dass in den Bussen eine Maskenpflicht besteht, da der Mindestabstand von 1,5 Metern zumindest in Stoßzeiten wohl nicht eingehalten werden kann. Die Maskenpflicht gilt auch an überdachten Haltestellen und Bahnhöfen.

Der Busverkehr zu den Schulen im Landkreis wird über den Linienverkehr abgewickelt. Der Landkreis beabsichtigt in Abstimmung mit den Verkehrsunternehmen im öffentlichen Buslinienverkehr einen flexiblen und bedarfsgerechten Einsatz zusätzlicher Busse zu den Stoßzeiten auf besonders belasteten Linien. Damit soll für eine bessere Vereinbarkeit der coronabedingten Abstands- und Hygieneregeln mit den naturgemäß beengten Voraussetzungen bei der Busbeförderung gesorgt werden. Dabei sind die Busunternehmen angehalten, neben dem Schülerverkehr, auch die Personen im Berufs- und Versorgungsverkehr mit einzubeziehen.

In der Praxis werden hierbei nicht auf einer ganzen Buslinie Verstärkerbusse eingesetzt, sondern erst ab beziehungsweise an bestimmten Haltestellen. Im Landkreis ist eine Kapazitätsausweitung durch die Bereitstellung von Verstärkerbussen auf folgenden Linien(abschnitten) vorgesehen.

KBS (Kursbuchstrecke) 8352. ab Stadtsteinach Krankenhaus Richtung Kulmbach um 7.09 Uhr

KBS 8352. ab Kulmbach ZOB in Richtung Stadtsteinach um 13.20 Uhr

KBS 8354. ab Unterbrücklein Richtung Kulmbach um 7.11 Uhr

KBS 8354. ab Kulmbach ZOB bis Neudrossenfeld um 13.18 Uhr

KBS 8357. ab Ludwigschorgast B303 Richtung Gefrees um 7.00 Uhr

KBS 8357. ab Gefrees bis Stadtsteinach Marktplatz um 13.00 Uhr bzw. 16.04 Uhr.

KBS 8435. ab Kasendorf Gh Goldener Anker Richtung Hollfeld um 6.45 Uhr

KBS 8435. ab Kasendorf Gh Friedrich Richtung Kulmbach um 7.05 Uhr

KBS 8435. ab Melkendorf Kulmbacher Bank Richtung Kulmbach um 7.20 Uhr

KBS 8435. ab Hollfeld Gesamtschule um 13.10 Uhr Richtung Thurnau

KBS 8435. ab Kulmbach Realschule um 13.10 Uhr Richtung Kasendorf

KBS 8435. ab Kulmbach ZOB um 13.19 Uhr Richtung Thurnau/Hollfeld

Die Linie 8357 wird am ersten Schultag bereits um 13 Uhr ab Gefrees Jacob-Ellrod-Schule - inklusive des Verstärkerbusses - bedient. Die Fahrt um 16 Uhr entfällt.

Details dazu, inklusive der Strecken- und Fahrpläne, finden sich im Internet auf der Startseite des Landkreises unter www.landkreis-kulmbach.de