"Die nehmen wir auf keinen Fall so hin", fand Karl Pöhlmann (SPD-Offene Liste) für die Stellungnahme der Regierung deutliche Worte. Während der Gemeinderat die Variante I - den Radweg auf der alten Bahntrasse - favorisiert, gibt die Regierung nach Gesprächen mit der Obersten Baubehörde im bayerischen Innenministerium "Variante II" den Vorrang. Das bedeutet, dass der Radweg zwischen Schlömen und Himmelkron entlang des Weißen Mains geführt werden soll. Das Argument: Damit kann noch eine Zuordnung zur Staatsstraße 2182 erfolgen, so dass auch eine Entflechtung der Verkehrsarten Kraftfahrzeuge und Fahrräder unterstellt werden kann. Damit wäre auch der Fördertatbestand hinreichend erfüllt, so die Regierung.

Laut Schätzung des Kulmbacher Ingenieurbüros IBP, die Bürgermeister Siegfried Decker am Montagabend bekannt gab, belaufen sich die Kosten für die Bahntrasse bei einer Länge von 940 Metern und einer Breite von drei Metern auf 265 000 Euro. Der Radweg entlang des "Weißen Mains", also durch die grüne Wiese, würde Kosten von 267 700 Euro verursachen. Diese Wege hätte eine Länge von 1320 Meter.

Auch die Ratsmitglieder der Nachbargemeinde Himmelkron bevorzugten die Variante mit der alten Bahntrasse, hielten aber eine Ausbaubreite von 2,50 Meter für ausreichend.

Karl Pöhlmann verwies auf den Radweg zwischen Melkendorf und Thurnau und stellte fest, dass dieser viel weiter von der Staatsstraße entfernt sei als ein möglicher Radweg auf der alten Bahntrasse zwischen Schlömen und Himmelkron: "Hier wird mit zweierlei Maß gemessen. Wir bitten darum, dass hier nachgelegt und nachgebohrt wird, notfalls auch mit politischen Kräften. Wir halten diese Position für nicht hinnehmbar."

Klaus Zahner (FW) sah es ähnlich: "Dem können wir nur zustimmen. "Es wäre ein Schildbürgerstreich, den Radweg in ein Überschwemmungsgebiet zu bauen." Zahner hielt auch eine Breite von zwei Meter für ausreichend, zumal der Radweg nicht für die Erschließung von landwirtschaftlichen Grund-stücken benötigt werde.

Stellvertretender Bürgermeister Alfred Faßold (SPD-Offene Liste" sah beim Radweg durch die grüne Wiese vor allem im Grunderwerb Probleme, weil man es hier mit über 20 Eigentümern zu tun habe: "Zu 50 Prozent liegt der Radweg auf der alten Bahntrasse näher an der Staatsstraße als auf dem Wiesenweg." Faßold machte auch deutlich, dass die beiden Staatsstraßen 2183 und 2182 mit einem Radweg auf der Bahntrasse auf direktem Weg verbunden sind.

Auch für Wolfgang Hörath (CSU-WG) ist klar, dass die Variante II "utopisch" ist. Man müsse deshalb alles unternehmen, um eine Förderung für die Bahntrasse zu bekommen. Sein Fraktionskollege Hermann Mohr brachte noch die Zweitflurbereingigung in Himmelkron ins Spiel, die gegenwärtig übergreifend im Bereich der Gemarkung Hegnabrunn durchge-führt werde: "Vielleicht ist es möglich, dass man aus dem Wiesenweg einen Wirtschaftsweg macht."

Probleme gibt es aber auch beim Radweg zwischen Schlömen und Trebgast. Nicht mit der Förderung, denn die wäre im Rahmen eines Wirtschaftsweges über das Amt für Ländliche Entwicklung möglich, sondern ob des Widerstands von Grundstückseigentümern. Wie Bürgermeister Decker dazu erklärte, werde die Gemeinde Trebgast versuchen, die Vorbehalte aus dem Weg zu räumen.