Jetzt für Newsletter anmelden und Nachrichten aus Kulmbach erhalten

Die Corona-Krise hat die Firma Wilhelm Kneitz in Wirsberg getroffen. Das traditionsreiche Familienunternehmen produziert Stoffe für die deutsche und europäische Automobilindustrie. Durch den Produktionsstopp der Automobilhersteller stehen auch in Wirsberg zeitweise die Webmaschinen still, es musste Kurzarbeit angemeldet werden. Doch die Firmenleitung hat ein neues Betätigungsfeld für sich entdeckt.

Die allgemeine Maskenpflicht ist für die Firma Kneitz die Chance, der Flaute in der Automobilbranche etwas entgegenzusetzen. Die Wirsberger haben nun einen hochwertigen Stoff für Gesichtsmasken auf den Markt gebracht. "Wir freuen uns, mit den neuem Maskenstoff ein vielversprechendes regionales Produkt anbieten zu können", erklärt Chefin Sibylla Naumann.

Waschen bei 40 Grad ausreichend

Das Synthetikgarn, aus dem der Stoff gewebt wird, stammt aus Niederbayern und ist mit Zink beschichtet. "Dadurch ist das Gewebe abweisend gegenüber Bakterien", erklärt Naumann. Aus diesem Material gefertigte Masken müssen deshalb nicht bei 60 oder gar 90 Grad gewaschen werden, um sie nach dem Tragen keimfrei zu bekommen, sondern können bei 40 Grad in die Waschmaschine. 

Heißer sollten sie auch nicht gewaschen werden, sonst verschwindet die keimabtötende Wirkung. "Die Masken können mit der normalen Wäsche gewaschen werden. Durch die niedrigere Waschtemperatur wird das Material geschont, die Masken halten daher länger", ist Naumann von ihrem Produkt überzeugt.

In dieser Woche werden die ersten Exemplare fertig gestellt - mehreren hundert, per Hand in Heimarbeit genäht. "Wir werden von vielen fleißigen Helferinnen und Helfern unterstützt, damit auch wir die Menschen mit hochwertigen und haltbaren Masken versorgen können. Dafür an all jene ein großes Dankeschön", sagt Ralf-Herbert Kneitz, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Firma Kneitz.

Zertifizierung geplant

Geplant sei eine Zertifizierung des Stoffes sowie die Produktion auszuweiten. Der in Wirsberg gefertigte Stoff werde bereits in der Nähe von Ingolstadt und Aschaffenburg weiterverarbeitet. Dabei entstünden in einem automatisierten Prozess fertige Masken mit Bändchen zum Festbinden. Es müsse kein Gummizug mehr eingenäht werden.

"Unsere Kapazitäten sind ausbaufähig. Wir suchen jetzt nach weiteren Kunden für unseren Stoff oder fertige Masken. Natürlich können wir auch heimische Nähereien mit der Rohware Stoff beliefern. Interessierte Firmen sowie Nähereien können sich gerne bei uns melden," sagt Naumann.

Wer sich selber eine Mund-Nasen-Maske nähen möchte, der findet hier eine Anleitung.