Wie schön es doch ist, dass die moderne Technik unser Leben in diesen unsicheren Zeiten wenigstens ein bisschen sicherer macht!

Zum Beispiel beim Einkaufen. Fast überall kann man mittlerweile mit der EC-Karte bezahlen. Und wer, wie ich, über eine neuere Karte verfügt, kann dies sogar komplett kontaktlos tun: Einfach die Karte vor den Scanner halten, bis es piept. Fertig. Nur hin und wieder einmal verlangt das Gerät aus Sicherheitsgründen die Eingabe einer PIN. Aber mit spitzen Fingern lässt sich auch hier der Kontakt mit möglicherweise virenbehafteten Oberflächen so weit wie möglich verringern.

Eine feine Sache, an die ich mich gewöhnen könnte. Leider bleibt dabei eine auf der Strecke: die Sau. Die Sau ist eigentlich ein grellfarbener Keramik-Fisch mit einem Schlitz im Rücken. Eine Spardose eben. Weshalb der Fisch "die Sau" genannt wird.

Die Sau wird von mir seit Jahr und Tag regelmäßig gefüttert, und zwar ausschließlich mit Zwei-Euro-Stücken. Landet so ein Geldstück zusammen mit anderem Wechselgeld in meinem Geldbeutel, wird es nicht mehr ausgegeben, sondern am Abend an die Sau verfüttert.

Die wird davon, bildlich gesprochen, in erstaunlich kurzer Zeit dick und fett und sorgt zuverlässig dafür, dass ich mir so ab und an einen kostspieligen Wunsch erfüllen kann: ein neues Objektiv für die Kamera zum Beispiel oder eine Reise.

Nun ist meine Sau auf Diät. Wo kein Bargeld, da kein Wechselgeld. Wo kein Wechselgeld, da auch keine Zwei-Euro-Stücke als Futter für die Sau. Magere Zeiten. Auch für mich. Und langfristig für keinen von uns beiden eine Perspektive.

Da hilft wohl nur ein Trick: Hin und wieder doch mal bar bezahlen. Beim Bäcker zum Beispiel. Oder in der Eisdiele. Idealerweise Beträge zwischen zwei und drei Euro. Dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass es als Wechselgeld einen "Zweier" gibt, doch groß. Und meine Sau und ich müssen nicht darben.