Der Verkehrsvertrag hat eine Laufzeit von zwölf Jahren: Der Nettovertrag startet im Dezember 2023 und endet im Dezember 2035. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor.

Interessierte Verkehrsunternehmen können ihre Angebote bis Juli 2021 abgeben. Den Zuschlag im Vergabeverfahren Regionalverkehr Oberfranken wird die BEG voraussichtlich im Oktober 2021 erteilen. Aktuell werden die Strecken überwiegend von Agilis betrieben.

Die BEG bestellt bei dem künftigen Betreiber rund 5,4 Millionen Zugkilometer pro Jahr an Verkehrsleistungen. Ds entspricht einer Steigerung um rund acht Prozent gegenüber heute. Zugleich reagiert die BEG mit der Angebotsverbesserung auf die steigende Nachfrage in Oberfranken: Von 2012 bis 2019 hat die Zahl der Fahrgäste im Netz Agilis Nord um sieben Prozent zugenommen, auf zuletzt 6,74 Millionen Fahrgäste pro Jahr.

Ein Schwerpunkt der Angebotsverbesserungen liegt auf der Region Hof. Dort bestellt die BEG mehr Züge, um den geplanten innenstadtnahen Haltepunkt Hof-Mitte besser anzubinden. Nach dessen Fertigstellung wird Hof-Mitte stündlich aus Richtung Münchberg, im zweistündigen Wechsel aus Richtung Helmbrechts und Neuenmarkt-Wirsberg sowie alle zwei Stunden aus Richtung Selb-Stadt angefahren.

Außerhalb der Region Hof führt die BEG grundsätzlich das bewährte Fahrplankonzept fort, das zuletzt 2011 mit Start des aktuellen Verkehrsvertrags um 60 Prozent Verkehrsleistung erheblich ausgeweitet wurde. Darüber hinaus verbessert die BEG auf etlichen Strecken den Abendverkehr, zum Beispiel auf den Linien Bamberg - Ebern und Coburg - Lichtenfels - Bayreuth. Neue Frühverbindungen sind für den Raum Kulmbach Richtung Bamberg und Bayreuth vorgesehen. Für die Strecken Weiden - Bayreuth, Hof - Bad Steben und Münchberg - Helmbrechts fragt die BEG den durchgehenden Stundentakt als Eventualposition an. Das bedeutet, dass die Einführung des Stundentakts abhängig ist vom Angebotspreis, den die BEG im Rahmen der Ausschreibung von den Eisenbahnverkehrsunternehmen erhält.

In der Ausschreibung sind barrierefreie, klimatisierte Gebrauchtfahrzeuge zugelassen. In den Fahrzeugen muss den Fahrgästen kostenloser WLAN-Empfang zur Verfügung gestellt werden.

Aufgrund der branchenweiten Personalknappheit, insbesondere bei Triebfahrzeugführern, erweitert die BEG die Anforderungen an das Personalkonzept der Bieter. Dazu gehört eine sogenannte Sitzbereitschaft für Reserve-Triebfahrzeugführer. Sie soll Zugausfälle minimieren, die zum Beispiel durch kurzfristige Krankmeldungen zustande kommen. Als weitere Anforderung lässt sich die BEG im Rahmen der Ausschreibung einen Plan zu Personalbedarf und -gewinnung vorlegen, der jährlich aktualisiert werden muss.

Die BEG stellt detaillierte Anforderungen in Sachen Qualität. Das Eisenbahnverkehrsunternehmen, das sich im Vergabeverfahren durchsetzt, erhält monatliche und jährliche Zielwerte zur Pünktlichkeit und zur Anschlusssicherung. Unterschreitet das Unternehmen diese Werte, werden Strafzahlungen fällig. Die BEG macht für alle Züge Mindestvorgaben zur Sitzplatzanzahl und berücksichtigt dabei stark frequentierte Züge im Berufs- und Schülerverkehr sowie im Freizeitverkehr an Wochenenden. Außerdem misst die BEG die Servicequalität der Betreiber mit Hilfe von Tests und Fahrgastbefragungen. Zu den Kriterien zählen unter anderem die Sauberkeit der Züge, die Funktionsfähigkeit der Ausstattung und die Fahrgastinformation. Unterschreitet ein Verkehrsunternehmen die von der BEG vorgegebenen Zielwerte, muss es Strafzahlungen leisten, übertrifft es die Mindestanforderungen, erhält es einen finanziellen Bonus.