Der "Vollblutjournalist" Gaiser ist laut Nagel ein Glücksfall für die Akademie - setze er sich als Dozent, Interviewer und Förderer doch in besonderem Maß für die Ausbildung in Kulmbach ein. Motivieren, fordern und fördern könne er - und Journalisten so schulen, dass "selbst der größte Verriss noch wie ein Kompliment klingt." Er nehme jungen Journalisten die Scheu und die Angst vor kritischen Fragen, getreu seinem Motto "Schöner als professionell herausgearbeitete Erfolge sind menschliche Hilfeleistungen". Geboren in Niederbayern und aufgewachsen in Marktredwitz, war Gaiser unter anderem das "Gesicht" der "Abendschau", von "Kunst und Krempel" oder 400 Sendungen "Jetzt red i" im Bayerischen Fernsehen.
Der Präsident des Bayerischen Finanz Zentrums, Wolfgang Gerke, war Hauptredner beim Medientag, der gemeinsam mit dem Neujahrsempfang der oberfränkischen Arbeitgeber stattgefunden hat. Seine Zuhörer nahm er mit ins Jahr 1361, als Burggraf Friedrich V. von Kaiser Karl IV. das Recht erhielt, in Kulmbach Goldmünzen prägen zu dürfen. "Das war quasi die Europäische Zentralbank für die Region", sagte er. Um dann darauf hinzuweisen, dass das Gold damals allerdings erst einmal verdient werden musste - während die Notenbanken schon seit Jahren für die Politik missbraucht würden: "Die Vereinigten Staaten haben bereits den Vietnamkrieg mit der Druckerpresse finanziert." Dabei sollten gerade diese Einrichtungen eine stabile Währung garantieren.
Unter dem Schutzmantel, als Wirtschaftswissenschaftler das auch zu dürfen, gab er den Gästen aus Wirtschaft, Medien und Politik seine Einschätzungen preis. Demnach sind die Zinsen so niedrig, dass Staaten lange mit billigem Geld arbeiten können. Und: "In fünf Jahren beträgt die Inflationsrate in Deutschland drei bis vier Prozent, in den USA fünf Prozent."
Hanns-Peter Ohl, Vorsitzender Oberfranken-Ost für die Metallarbeitgeber, sprach das Bekenntnis der Maschinenbauer zum Euro und zu Europa als Wirtschaftsraum aus. "Dank der Größe des Währungsraums ist der Euro gegenüber Drittwährungen weniger schwankungsanfällig als es die D-Mark wäre", so Ohl. An Reformen forderte er eine verbindliche einheitliche Finanzpolitik der EU-Mitgliedsstaaten, einen dauerhaften Stabilitätsmechanismus für die Eurozone sowie eine wachstumorientierte Wirtschaftspolitik. Außerdem forderte er einen strikten Sparkurs der Bundesregierung: "Der Staat nimmt nicht zu wenig ein, sondern er gibt zu viel aus."
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