Ob es das schwierigste Mathe-Abitur der letzten Jahre war? Eine Frage, über die all die, die sich mit Stochastik, Analysis und Geometrie auskennen, wohl trefflich streiten werden. In einem sind sich offenbar aber selbst die allermeisten Mathelehrer einig: Es waren sehr schwere Prüfungen, die den Gymnasiasten am Dienstag vorgesetzt worden sind.

Den Durchblick verloren

Dabei hatten die Abiturienten ja kein geschenktes Abi gefordert, sondern faire Bedingungen, Prüfungsaufgaben, die nicht außer Acht lassen, dass sie eine chaotische zweijährige Qualifizierungsphase hinter sich haben, in der nicht nur sie, sondern gerade auch das Kultusministerium oft den Durchblick verloren hat.

Kein Fingerspitzengefühl

Wer auf ein Münchner Fingerspitzengefühl gehofft hatte, darauf gesetzt hatte, dass die Ansprüche an die unstrukturierte Vorbereitung angepasst werden, wurde nun aber offenbar enttäuscht. Ein Corona-angepasstes Abi gibt es in Bayern nicht, und so könnte gerade das "Angstfach" Mathe für viele Abiturienten zur Stolperfalle werden.

Heftiger Gegenwind

Das Kultusministerium verspürt heftigen Gegenwind und versichert, dass die Aufgaben von den Münchner "Experten" als gut machbar eingeschätzt worden sind. Machbar ist sicherlich alles, die Frage ist nur, wie und unter welchen Bedingungen. Dabei waren die Aufgaben der Situation, mit der die diesjährigen Abiturienten konfrontiert waren, nicht angepasst, sagen viele oberfränkische Lehrkräfte.

Die Experten aus München

Beim Wort Experten schrillen bei vielen Schülern, Eltern, aber auch Lehrkräften und Schulleitungen nach dem Chaos-Jahr, zu dem neben dem Virus ja gerade auch die "Experten" aus dem Kultusministerium beigetragen haben, ohnehin längst die Alarmglocken. Sie wollen alle nur noch eines: schnell in die Sommerferien - die Schüler der Prüfungsjahrgänge möglichst mit dem erfolgreichen Abschluss im Gepäck.