Richtig gut funktioniert hat die Teichkläranlage bei Lopp eigentlich nie. Doch jetzt steht sie vor dem endgültigen Aus. Der Grund: Das Wasserwirtschaftsamt ist skeptisch, was eine Verlängerung der wasserrechtlichen Erlaubnis angeht.

Fördermittel beantragt

Einstimmig, aber durchaus schweren Herzens, hat der Marktgemeinderat Kasendorf in der jüngsten Sitzung beschlossen, Fördermittel für einen Anschluss der Ortsteile Lopp, Lindenberg und Zultenberg an die Zentralkläranlage in Kulmbach zu beantragen. "Das wird sicherlich auf Protest stoßen. Ich halte es für schwierig, wenn die Bürger zur Kasse gebeten werden müssen", sagte Klaus Amschler (CSU/OL).

Bürgermeister Norbert Groß (CSU/OL) erläuterte, dass sich die Gemeinde dringend eine Alternative für die Anlage überlegen müsse. Das Ingenieurbüro IBP habe verschiedene Modelle geprüft.

Der Neubau einer Kläranlage würde zwar "nur" 892 500 Euro kosten, doch bei der Kalkulation müsste bedacht werden, dass eine wasserrechtliche Genehmigung ausläuft und noch immense Betriebs- und Wartungskosten hinzukommen. Nach den offiziellen Berechnungsrichtlinien der Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (Lawa) würde deshalb der Neubau mit 4,45 Millionen Euro zu Buche schlagen - die teuerste Möglichkeit. Außerdem könnte es sein, dass die Anlage in wenigen Jahren stillgelegt werden muss, weil sie die Anforderungen nicht mehr erfüllt.

Zwei Trassen möglich

Das Ingenieurbüro hat außerdem den Bau einer Druckleitung geprüft. Der Anschluss über Peesten hätte den Vorteil, dass die Leitungstrasse kürzer wäre. Allerdings müsste das Pumpwerk in Peesten umgebaut werden. Außerdem müssten dann an Kulmbach und an Mainleus Durchleitungsgebühren bezahlt werden, erklärte Bürgermeister Norbert Groß. Die Investitionskosten würden bei 1,9 Millionen Euro liegen, die Gesamtkosten bei 3,87 Millionen.

Eine Druckleitung über Heubsch käme auf 2,1 Millionen Euro, die Gesamtberechnungskosten nach Lawa lägen bei 3,68 Millionen. Damit wäre diese Variante die günstigste Möglichkeit, das Abwasser zu entsorgen.

"Eines ist klar: Egal, welche Variante wir wählen, wir reißen die Grenze für die Härtefallregelung nicht. Aber die Zuwendungsrichtlinie für wasserrechtliche Vorhaben läuft in diesem Jahr aus", so Groß. "Verbundleitungen würden, wenn wir den Antrag jetzt stellen, mit 50 Prozent gefördert." Bei einer Investition von rund 2,2 Millionen würde der Förderbetrag mehr als eine Million ausmachen. "Das ist eine Million, die wir den Bürgern nicht abverlangen müssen", gab Groß zu bedenken.

Gehen Bürger auf die Barrikaden?

"Wir müssen natürlich überlegen, wie wir die Belastung der Bürger abfedern können. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Bürger auf die Barrikaden gehen. Aber es gibt keinen Ausweg", kommentierte Michael Otte (FDP) das Vorhaben.

"Wir gewinnen ja auch, weil wir dann in Zukunft den Klärschlamm nicht mehr entsorgen müssen", warb Verwaltungsleiter Herbert Schmidt für die Beantragung der Förderung.

Die Räte stellten schließlich einstimmig die Weichen für die Zukunft. Die verschiedenen Varianten werden noch einmal öffentlich diskutiert und vorgestellt. Begonnen werden muss das Vorhaben im nächsten Jahr.

Bei der Sitzung in der Schulturnhalle genehmigten die Gemeinderäte den Abbruch eines unterkellerten Gebäudeteils auf dem Gelände der ehemaligen Firma Hocka, heute ait. Das Gebäude kippt nach vorne weg.

Bauanträge genehmigt

Ebenfalls positiv beschieden die Räte den Neubau von Einfamilienwohnhäusern im Baugebiet Am Fichtig III, am Reuther Berg 24 sowie in Heubsch Am Fichtig 16. Auch gegen einen Anbau auf Stützen in Azendorf und einen zweigeschossigen Traufseitenbau mit Riegelfachwerk in Peesten erteilte das Gremium sein Einvernehmen.

Der Markt Kasendorf möchte 5890,88 Euro fünf Bänke, einen Tisch, eine Bank-Tisch-Kombination sowie sechs Abfallbehälter anschaffen. Die Bänke sollen in Neudorf, Lopp und Krumme Fohre aufgestellt werden. Ein Hinweisschild soll an das Wahrzeichen von Krumme Fohre erinnern: eine Kiefer, die - so die Legende - ein Hirtenjunge in die Form eines Posthorns gebogen haben soll. Klaus Amschler merkte an, dass auch die Bänke auf dem Görauer Anger erneuert werden müssten.

Der Markt Kasendorf investiert 1200 Euro in die Präsentation heimischer Unternehmen bei TV Oberfranken. "Das ist eine schöne Möglichkeit, auf die Firmen hinzuweisen", sagte Michael Otte (FDP).

Kasendorf möchte künftig mit der App "CityHub" mit seinen Bürgern verbunden sein. Auf der App werden Informationen mitgeteilt, ebenso Veranstaltungen. Außerdem kann sich der Bürger mit Anliegen an die Verwaltung wenden. Die monatlichen Kosten belaufen sich auf 99 Euro.