Manfred Spindler schwant Übles. Der Vorsitzende des Kulmbacher Kleinkunstbrettla (KKB) glaubt "fast schon nicht mehr, dass es in diesem Jahr noch Vorstellungen geben wird. Vielleicht im Frühjahr 2021. Aber das auch nur vielleicht. Im Herbst 2021?" So lange kann der Verein noch durchhalten.

"Wir haben durch Sparmaßnahmen ein kleines finanzielles Polster, und wir haben Mitgliedsbeiträge heuer und nächstes Jahr", sagt er. "Damit können wir die weiterlaufenden Kosten für die Bühne hoffentlich zusammenkratzen. Die Vorstellung mit ,Sixpack‘ im Februar war unsere letzte Vorstellung. Seitdem können wir nur noch Lüften und Staubwischen. Das für dieses Jahr geplante Programm ist erst einmal in den Herbst verschoben." Ob es stattfinden könne, sei aber noch völlig offen, so der KKB-Vorsitzende. Spindler: Wir bräuchten dafür aber eine Freigabe bis spätestens Ende August."

Solange aber keine Impfung gegen das Coronavirus gefunden ist, wird es wahrscheinlich nichts mit Kultur und Comedy im KKB werden. Auch kein Bockbierbrettla und keinen KKB-Preis dürfte es geben, bei denen der Saal voll wäre. "Wir haben uns vor ein paar Tagen entschieden, dass Vorstellungen vor einem Drittel oder halben Publikum unsinnig sind - finanziell trägt sich das nicht, wir würden draufzahlen. Und die Leute kommen auch nicht in Stimmung, wenn sie mit Masken und höchstens in kleinen Grüppchen da sitzen sollen."

Neustart im Frühjahr?

Auch von den Künstlern ist Spindler zufolge nicht zu erwarten, dass sie Stimmung machen, wenn sie nur ein paar Inseln mit Zuschauern vor sich haben. Und selbst wenn es demnächst eine Vorstellungsfreigabe gäbe: "Was ist, wenn sich dann doch jemand bei uns ansteckt? Das wollen wir auf keinen Fall."

"Vielleicht können wir im nächsten Frühjahr loslegen", hofft Manfred Spindler. "Andernfalls müssen wir das geplante Programm dann noch einmal in den Herbst 2021 verschieben" - das würde auf eineinhalb Jahre Pause hinauslaufen.

Den anderen Theatern geht es genauso. "Da werden bestimmt einige auf der Strecke bleiben", fürchtet er. Dabei denkt er auch an die Künstler. "Wer hauptberuflich auf der Bühne steht, der ist jetzt existenziell am Nullpunkt. Wir vom KKB machen das nebenbei und haben für uns Einkommen durch unseren Beruf. Das geht ja."

Schwierig würde es dann, wenn auch noch das ganze nächste Jahr geschlossen bleiben müsste. Aufgeben kommt für das KKB aber nicht infrage. "Wir denken noch gar nicht an so etwas. Wir sind ein Verein. Aber wenn die Vereinskasse leer wäre, dann geht das Ganze auf unsere private Rechnung."