Die Firma Reimey Metalltechnik in Untersteinach möchte eine 48 mal 10 Meter große Lagerhalle bauen. Ein Brandschutzgutachten wurde angefertigt. "Die Lagerhalle wäre für die Firma existenzsichernd. Aber sie wird vom Landratsamt nur teilweise genehmigt, weil wir nicht genügend Löschwasser bevorraten können", informierte Bürgermeister Volker Schmiechen (SPD) die Räte in der jüngsten Gemeinderatssitzung.
Die Firma Reimey ist nicht die einzige Firma mit Erweiterungsplänen. "Auch zwei andere Betriebe haben schon konkrete Vorhaben geplant. Vorhaben, die nicht genehmigt werden, weil wir das Löschwasser nicht haben. Wir sollten jetzt die Füße in die Hand nehmen, um etwas zu ändern. Wir müssen handeln, ehe Firmen abwandern. Eine Firma hat auch einen Sitz im Ausland. Wir wollen doch nicht, dass der Standort in Untersteinach verloren geht", machte der Untersteinacher Bürgermeister die Sachlage dringend.
Konkret geht es darum, dass Untersteinach zusätzlich 96 Kubikmeter Löschwasser pro Stunde für das Industriegebiet vorhalten muss. Die Löschwasserversorgung muss konkret zwei Stunden ohne Probleme aufrechterhalten werden können. Das bedeutet: Das Gewebegebiet braucht einen zusätzlichen Löschwasservorrat von 192 Kubikmeter. "Wir haben einen Radius von 300 Metern herangezogen. In diesem Radius muss das Löschwasser vorhanden sein. Der Bach scheidet aus, weil nicht genug Wasser vorhanden ist", sagte der Geschäftsführer der Firma Reimey, Georg Meyer, auf Nachfrage dieser Zeitung.


"Brauchen die Halle"

"Wir haben mit der Fundamentierung angefangen. Aber wir dürften die Halle, wenn die Löschwasserbevorratung nicht sichergestellt ist, nicht nutzen", so Meyer. Schon jetzt musste die Firma Aufträge verschieben oder ablehnen, weil die Kontingente, die hergestellt werden, nicht gelagert werden können. "Wir brauchen die Halle einfach und können uns eine Verzögerung auch nicht erlauben. Es muss weitergehen", macht Meyer klar.
Gemeinderat Markus Weigel (WGU) schlug vor, das Wasser der Regenrückhaltebecken einzubeziehen. Doch dies könne nicht herangezogen werden, erläuterte Verwaltungsleiter Martin Betz. Die Regenrückhaltebecken seien ja nicht immer gefüllt, sondern dienen nur im Fall von Starkregenereignissen als Auffangbecken. Momentan ist das Gewerbegebiet, so Betz, an die Wasserversorgung des Tiefbrunnens angeschlossen. Doch dieser Vorrat reiche nicht aus. Jetzt prüfe das Ingenieurbüro BaurConsult verschiedene Möglichkeiten, schnell Abhilfe zu schaffen. Betz erklärte, dass es generell die Möglichkeit gäbe, das Gewerbegebiet kurzfristig mit FWO-Wasser zu versorgen. Oder man könne zwei Löschwasserteiche bauen.
"Wir müssen das Thema Löschwasser und die Löschwasserbevorratung auf jeden Fall von den anderen Fragen der zukünftigen Wasserversorgung abkoppeln. Wir können nicht warten", sagte Thomas Rosenberger (UBG). "Wir können nicht zuschauen, wie die Firmen abwandern. Wir müssen eine Entscheidung treffen", drängte auch Cornelia Wehner (SPD) zur Eile. Auch Reiner Seiffert (CSU) und Hans-Peter Röhrlein (CSU) votierten dafür, eine schnelle Lösung zu suchen.
Nach ausführlicher Diskussion kamen die Räte überein, dass die Löschwasserversorgung oberste Priorität bekommen solle. In der nächsten Sitzung möchte das Ingenieurbüro die Varianten vorlegen - mit Kosten für eine schnelle Verbesserung der Situation.

Gemeinderat in Kürze


Rausschmiss Wegen mehrerer Zwischenrufe wurde der Untersteinacher Bürger Bernhard Herrmann nach nur 17 Minuten aus dem Sitzungssaal entfernt. Herrmann hatte sich über einen "Versprecher" von Bürgermeister Volker Schmiechen durch lautstarke Zwischenrufe lustig gemacht. Bügermeister Volker Schmiechen hatte beim Punkt "Niederlegung des Gemeinderatsmandates von Uwe Jackwerth" statt Gemeindeordnung "Gemeindegeschäftsordnung" gesagt. Daraufhin verhöhnte Herrmann den Bürgermeister und kündigte an, ans Innenministerium zu schreiben, um den Begriff klären zu lassen. Bürgermeister Volker Schmiechen verbat sich die Störungen und bat Herrmann, die Sitzung zu verlassen.

Teerbelastung Trotz umfassender Probebohrungen gab es bei der Sanierung der Steinachbrücke bei Hummendorf erneut eine unschöne Überraschung. Im Untergrund wurde teerhaltiges Material gefunden. Für die Entsorgung fallen Kosten in Höhe von 2200 Euro an. Bürgermeister hat im Zuge der Eilzuständigkeit den Auftrag für die Entsorgung bereits vergeben. Es handelt sich um insgesamt 17 Kubikmeter teerhaltiges Material, das von der Firma Dietz Baugesellschaft entfernt wird.
Abschied Gemeinderat Uwe Jackwerth hat aus familiären Gründen sein Gemeinderatsmandat niedergelegt. Er zieht nach Münchberg. Als Ersatzfrau der SPD rückt Inge Winkler nach, - vorausgesetzt sie stimmt zu.

Bauanträge Keine Eiwände hatten die Mitglieder des Untersteinacher Gemeinderates gegen die Bauanträge. Ursula und Michael Meissner dürfen an das bestehende Wohnhaus in der Jean-Paul-Straße anbauen. Auch gegen das Vorhaben von Franziska und Michael Trotzke, die Garage im Birkenweg aufzustocken, hatten die Räte nichts einzuwenden. so