"Das wäre fatal für meine künstlerische Tätigkeit, denn schließlich möchte ich mit meinen Zeichnungen etwas Unverwechselbares erschaffen." Das hat auch die Wählergemeinschaft Kulmbach (WGK) erkannt. Vorsitzender Ralf Hartnack überreicht ihr am Samstagmittag in der Galerie des Kunstvereins Kulmbach den mit 200 Euro dotierten Kulturpreis der WGK, der zum 18. Mal verliehen wird. "Ich empfinde ihm als eine Anerkennung meines künstlerischen Schaffens. Er gibt mir die Energie weiterzumachen", strahlt Morsch, die sich international einen Namen gemacht hat, über das ganze Gesicht.

Ihr Herz schlägt aber noch immer für ihre Heimat. Vorsitzender Karl-Heinz Greim vom Kunstverein Kulmbach würdigt sie als "Keimzelle und Motor der Vereinigung", die die Preisträgerin am 1. Oktober 2009 mitbegründet hatte. Derzeit ist in der Galerie in der Oberen Stadt die Weihnachtsausstellung des Vereins zu sehen: 40 verschiedene Künstler stellen ihre Werke aus.

Selbstverständlich nicht fehlen dürfen die von Morsch mit Farbstiften erschaffenen Naturbilder, die eine Lebendigkeit auf den Betrachter ausstrahlen. Dazu gehören die beiden Werke "Der Sturmvogel" und "Der Frühlingswind". "In meinen Bildern pulsiert es, weil in der Bewegung für mich Leben steckt. Alles in allem kommt in diesen Bildern meine Liebe zur Schöpfung zum Ausdruck", erklärt die Malerin.

Hartnack würdigt kenntnis- und detailreich in seiner Laudatio das künstlerische Schaffen der Kulmbacherin. "Ihre Liebe zum Detail, ihr Augenmerk für die kleinen Dinge des Lebens und ihre ruhigen und doch immer wieder überraschenden Bilder zeugen von ihrer hohen und bewundernswerten künstlerischen Schaffenskraft", schwärmt der Redner.

Besonders freut es ihn, den Preis an eine Künstlerin überreichen zu dürfen, die nicht nur die Welt mit schönen Werken bereichert habe, sondern sich auch aktiv für das kulturelle Leben in unserer schönen Stadt einsetze. Zudem schlägt er eine gedankliche Brücke zu ihrem internationalen Wirken: "Frau Morsch sieht den Kunstverein als Basis für einen internationalen Austausch mit Künstlern, der sowohl Impulse sendet als auch empfängt."
Was an dem Preis, der einst von Bürgermeister a. D. Bernd Titus initiiert worden war, auffällt, ist die geringe Dotierung. Hartnack, der sich auf Titus beruft, klärt auf: "Der Wert des Preises soll mehr in der öffentlichen Aufmerksamkeit und Anerkennung liegen."

Landrat Klaus Peter Söllner hat die fundierte Laudatio angeregt verfolgt und gelangt zu der Erkenntnis: "Cornelia Morsch ist eine würdige Preisträgerin." Ihre Werke stellen für ihn eine Bereicherung für die Stadt und den Landkreis Kulmbach dar. Bürgermeister Stephan Schaffranek von der WGK hebt die positive Entwicklung, die die heimische Kunstszene in den vergangenen zehn Jahren ohne große Förderung genommen habe, hervor. Man knüpfe wieder an alte glanzvolle Zeiten an. Sein Fazit: "Unsere Kunstschaffenden strahlen über die Stadt hinaus und schaffen Sympathie nach Außen."

Cornelia Morsch

Die gebürtige Coburgerin, verheiratet und Mutter von vier Kindern, fand 1985 in Kulmbach eine zweite Heimat. Neben ihrer freiberuflichen Tätigkeit als Künstlerin in den Bereichen Malerei, Grafik, Zeichnung und Metallplastik, arbeitet Morsch als Kunsterzieherin am Caspar-Vischer-Gymnasium. Die Kulmbacherin, die 2009 den Kunstverein mit aus der Taufe gehoben hatte, ist seit 1980 Mitglied im Berufsverband "Bildender Künstler".

Frau Morsch unterhält Lehrtätigkeiten an der Volkshochschule (VHS) Kulmbach und war auch als Dozentin an der Sommerakademie der VHS Coburg sowie bei den Sommerkunstwochen von Focus Europa tätig. Vier Jahre lang war sie in Kopenhagen Privatdozentin an der dortigen Sankt-Petri-Schule.

Beim Kunstverein trat sie als Organisatorin der ersten Jahresausstellung, der Kunstwege sowie der Ateliergespräche in Erscheinung. Ihre Werke wurden außerhalb Kulmbachs in Bayreuth, Budapest, Coburg, Freiberg, Kopenhagen, Llubljana, München, Nürnberg, Stuttgart, Ulm, Wien und sogar Namibia ausgestellt.

Anlässlich des Staatsbesuches des ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau in Kopenhagen im Jahre 2006 hatte eine Ausstellung stattgefunden, in der auch Bilder der Kulmbacherin zu sehen waren.