Wenn Susi Schilling im Tierheim die Tür zum Dachgeschoss öffnet, riecht es nach Heu, dringt aus alle Ecken und Enden ein Rascheln. Im sogenannten Kleintierbereich herrscht reges Treiben - was bedeutet: Alle Boxen sind belegt. Allein 25 Kaninchen kommen hier derzeit unter. Viele Hasen zum Osterfest freut den Privatmann. Für die Tierheim-Crew hingegen ist das Maximum erreicht. "Wir sind am Limit", sagt Susi Schilling - und startet einen Aufruf: "Sobald die Feiertage vorbei sind, wollen wir unsere Kaninchen in gute Hände abgeben." Die Auswahl ist groß: Vom mächtigen Stallkaninchen bis zum Zwergwidder jedweden Alters ist alles vertreten.

Allerdings sollten möglich Interessenten bei aller Possierlichkeit der Mümmelmänner von vornherein bedenken: Auch Kaninchen haben ihre Bedürfnisse und Eigenarten. "Sie sind putzig, keine Frage. Aber sie sind eben keine Spielzeuge", macht Susi Schilling klar. Kaninchen sind es in freier Wildbahn gewohnt, schnell die Flucht ergreifen zu können. "Insofern sollten sie niemals von oben einfach geschnappt und rumgetragen werden, weil sie damit rechnen müssen, dass es sich um einen Beutegreifer wie den Bussard handelt." Das bedeute puren Stress.


Genügend Platz ist Pflicht

Ein ausreichendes Platzangebot gehört zum Standard, Minimum zwei Quadratmeter pro Tier und viel Auslauf. "Kaninchen sollten immer paarweise gehalten werden, sie sind sehr gesellig." Eine Anschaffung ist schon deshalb gut zu überlegen, weil Meister Lampe bis zu zehn Jahre alt werden kann. "Das bedeutet, man bindet sich lange." Die Exemplare, die im Tierheim gelandet sind, zeugen zum Teil davon, dass die Lust am Tier (zu) schnell verflogen ist. "Andere sind die typischen Umzugsopfer." Einige der Stallkaninchen wurden aus einer Qualzucht gerettet.

Wer sich für die Langohren interessiert, kann sich im Tierheim melden unter der Telefonnummer 09221/91288. Infos gibt es auch auf der Homepage www.tierheim-kulmbach.de.