Musik bewegt. Die Herzen und auch den ganzen Menschen. Hubertus Baumann nimmt das wörtlich und ließ die Chöre beim MGF-Schulkonzert gestern und vorgestern in der Dr.-Erich-Stammberger-Halle Musik zelebrieren. Mal andächtig, mal heiter-spielerisch und mal witzig.


Bewegende Zugabe


Sarah Ferner hatte sich dazu ganz schlaue Choreografien einfallen lassen. Bewegend war auch das Ende des Konzert mit der Zugabe "Moonriver" mit dem kompletten Orchester und allen Chören. Und dazwischen bot die Fachschaft Musik des MGF einen Querschnitt durch die Musik in ganz verschiedenen Besetzungen.

Los ging es mit Zirkusmusik von Patrick Huck vom Orchester unter Barbara Baumann und beschwingt weiter mit dem Gitarrenensemble (Eddie Hürdler) mit zwei südamerikanisch angehauchten Stücken von Jürg Kindle. Rasant schloss sich das Blechbläserensemble (Klaus Hammer) mit schrägen Variationen über den "lieben Augustin" an - irgendwo zwischen Zwiefachem und Freejazz, ganz brillant vorgeführt. Mit Swing schloss das Saxofonensemble (Edgar Stübinger) die erste unterhaltsame Abteilung des Konzerts.


Probater pädagogischer Trick


Es ist ein probater pädagogischer Trick, Kindern und sicher auch Erwachsenen etwas beizubringen, wenn sie Spaß daran haben. Der Unterstufenchor hatte sichtlich diesen Spaß, zog mit Trommeln in Form von Plastikpapierkörben auf die Bühne und trällerte von einer Fatamorgana. Kein Dirigent war zu sehen, und trotzdem klappte alles. Erst als der Chor auf der Bühne weiterzog, kam Hubertus Baumann von irgendwoher zum Vorschein, mischte sich unter das Getümmel, der Chor kauerte mitsamt dem Leiter nieder, und man folgte zusammen weiter der Erscheinung irgendwo weit weg von der Bühne.

Viel später in der Pause waren einige der Kids auf den Treppen der Empore immer noch im rhythmischen Schritt mit diesem Ohrwurm beschäftigt.

Mit dem gleichen pädagogischem Trick Spaß und der passenden Mischung kann man selbst Jugendliche (wieder) für das alte Volkslied begeistern: "Vangelis" und ein "cantate dominum" passen sehr wohl mit Volksliedern aus der Schweiz und Italien; ebenso mit anderen "im Volkston", was der Schulchor und ein weiteres Vokalensemble bewiesen. Man muss diese Lieder nur nicht mit ehrfüchtigem bitterem Ernst angehen. Musik ist schließlich unteilbar, egal ob alt oder neu, alles hat seine Zeit.


Wie die "Comedian Harmonists"


Wenn es einen Höhepunkt der beiden Schulkonzerte gab, dann wohl die Auftritte des Männer- und des Frauenchors. Es muss nicht immer kompliziert sein: Auf jeden Fall witzig war der Männerchor mit "Ich fahr mit meiner Clara ..." der "Comedian Harmonists". Eng zusammengepresst trippelten die Herren im Slalom über die Bühne, irgendwie immer in Richtung ihrer Angebeteten, die divenhaft auf einer hohen Bank thronte, und die die fröhlichen Vatertagsausflügler schließlich mitsamt dem Flügel mit sich rissen. In einer bedeutenden Nebenrolle: Hubertus Baumann, Hupe solo.

Anmutiger dagegen der Frauenchor, der Stücke aus "Sister Act" in Scene setzte. Musikalisch "erwachsener" und mit sehr homogenem Sound ließ sich die Bläsergruppe hören und gab schon mal einen Vorgeschmack auf die Big Band, die später unter anderem Gershwin spielte - ein professioneller Auftritt, dem Felix Biedermann mal wieder mit seiner Trompete das I-Tüpfelchen aufsetzte, auch zusammen mit Paula Kammerer als Sängerin.
Es ist erstaunlich, wie sich Schüler von den Anfängen im Vororchester (Dörte Vaihinger-Görg) immer wieder zu annähernd professionellen Musikern in verschiedenen Ensembles entwickeln.


Exzellente Programmauswahl


Als krönenden Abschluss gab es schließlich vom vollen Orchester mit dem Schulchor eine der Suiten aus "Der Herr der Ringe" zu hören. Große Musik und großer Sound am Ende eines großen Konzerts.

Die Programmauswahl war exzellent und zeitgemäß - nicht der 128. Versuch an sattsam abgedroschenen Stücken aus der klassischen Litertatur, im halben Tempo gequält. Musikalisch tut sich also nachweislich viel am Kulmbacher Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium.