Wochenlang wurde herumgesponnen und gestaltet, gesägt, geschraubt, gemalt, geformt. Dann, am 20. Juli letzten Jahres, wurde "Spinnalto" in der ehemaligen Spinnerei in Mainleus für Besucher geöffnet. Es gab eine Veranstaltung mit Musik, Bewegung, Film, Mitmach-Aktionen. Deren Eröffnung bildete dann zugleich den Abschluss, denn das Ziel des Ganzen ist nicht eine Ausstellung, sondern die gemeinsame Arbeit davor.

Gemeinsam - das war unter den coronabedingten Abstandsgeboten in diesem Jahr nicht so unbeschwert möglich. Was also wird aus Spinnalto 2020?

"Es muss natürlich anders sein als im letzten Jahr. Aber für Spinnalto gibt es ja keine in Stein gemeißelten Regeln. Wir haben es erfunden und erfinden es in diesem Jahr einfach neu", gibt Rüdiger Baumann, der Initiator der Aktion, zur Antwort.

Die Künstler Harald Burger, Edina Thern, Angelika und Beka Gigauri, Lisa Stenglein, Susanne Benker, Soojin Kang, Markus Schröder, Janosch Asen, Hartmut Reuter und Rüdiger Baumann hatten schon Ende letzten Jahres Ideen und Konzepte für Arbeiten vorgestellt, die sie zusammen mit Menschen aus der Region umsetzen wollten. Niemand braucht dafür eine künstlerische Ausbildung oder Vorkenntnisse. Es genügen Neugier und Spaß am Mitgestalten. Am Samstag, 11. Juli, sollten die Ergebnisse dem Publikum vorgestellt werden. Doch was nun?

"Wir drehen den Plan um", lautet Rüdiger Baumanns Lösung. Die Künstler selbst erschaffen derzeit den "Rohbau", und der kann bis Mitte September wachsen und ausgestaltet werden. Spinnalto andersrum. Was im letzten Jahr der Abschluss war, ist dieses Mal der Beginn, ab dem jeder mitmachen oder einfach den jeweiligen Stand der Dinge auf sich wirken lassen.

Allein der Raum ist sehenswert. Die Baumwollhalle in der Spinnerei wirkt weit und hoch wie eine Kathedrale. Die Spuren der Zeit sind ihr deutlich anzusehen, was sie sehr lebendig macht - und das auch im wahrsten Sinne des Wortes. An einer Stelle gedeihen Pflanzen, denn wenn es regnet, füllt sich dort ein kleiner See.

"Den bauen wir in die Werke ein", freut sich Baumann. Spinnalto ist auch hier andersrum: Es werden nicht Ideen in den Raum gestellt, sondern der Raum beeinflusst die Ideen.

Am Samstag um 18 Uhr wird Spinnalto dann eröffnet, allerdings aufgrund der Hygiene-Voraussetzungen nicht in Mainleus. Die Veranstaltung findet in anderen Räumen der Spinnerei statt. In der 4. Etage des Fritz-Gebäudes in Kulmbach wird es eine informative und witzige 60-Minuten-Show geben.

Die Anzahl der Besucher ist begrenzt, Anmeldungen per E-Mail an info@spinnalto.de oder unter der Telefonnummer 09221/93393 sind nötig. Diese Kontaktdaten gelten auch für Interessenten, die die Halle und die Werke in Mainleus besichtigen und dort ihre gestalterischen Spuren hinterlassen möchten.

Weitere Veranstaltungen im Fritz-Gebäude und gegebenenfalls an anderen Orten sollen folgen. Informationen über Termine und Orte findet man unter www.spinnalto.de.