"Vielleicht braucht da jemand Hilfe": Das war der Gedanke, der Hubert Christoph Klebowski am Freitag (9. Januar 2026) auf dem Heimweg von Kulmbach nach Stadtsteinach durch den Kopf schoss. Denn neben der B303, im Bereich einer Brücke, hatte der 47-Jährige eine Person bemerkt. Zunächst hielt er den Mann für einen Spaziergänger. Die langsamen, unsicheren Bewegungen irritierten Klebowski jedoch.

Ein Gefühl veranlasste den Rechtsanwalt, der auch Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Stadtsteinach ist, dazu, noch einmal umzukehren und vor Ort nach dem Rechten zu sehen. Als er den Mann wiederentdeckte, lag dieser mit Pilotenjacke und Arbeitshose bekleidet im Schnee, erzählt Klebowski im Gespräch mit inFranken.de. "Vielleicht habe ich heute ein Menschenleben gerettet", hält er in den sozialen Medien fest. 

"Bin nur ein Mensch, kein Held": Autofahrer (47) kommt Mann im Schnee zu Hilfe

Der 47-Jährige entschloss sich dazu, zu helfen. Im Kopf sei er bereits eine Checkliste durchgegangen, berichtet er: Was würden seine Mentoren bei der Feuerwehr in so einer Situation tun? Wie soll er reagieren? Er hielt kurzerhand an und fand den Mann durchnässt und durchgefroren auf einer Treppe.


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Hubert Christoph Klebowski wurde auf dem Heimweg zum Retter.
Hubert Christoph Klebowski

Sein Auto sei in Bayreuth kaputtgegangen, habe ihm dieser erklärt, daher habe er den Nachhauseweg bis nach Schwand zu Fuß angetreten. "Aber seine Beine haben nicht mehr mitgemacht, weil er sich verschätzt hat. Das kann jedem passieren", konstatiert Klebowski. Aufgrund der Kälte entschied er sich dazu, den Mann schnellstmöglich in Sicherheit zu bringen und ihn in seinem warmen Auto nach Hause zu fahren. "Ich habe entschieden, dass jede weitere Sekunde in der Kälte entscheidend ist", erklärt er.

Schnell merkte Klebowski wie es dem Mann, den er auf circa 45 Jahre schätzt, Minute für Minute besser ging. Eine Frage beschäftigt den Feuerwehrmann auch Tage später noch: "Ich habe immer wieder den Gedanken: Wie könnte ich mich jeden Morgen im Spiegel anschauen, wenn ich es anders gemacht hätte."

Stadtsteinacher Feuerwehrmann appelliert an Mitmenschen: "Macht die Augen auf"

Nur ein weiterer Autofahrer habe seine Hilfe angeboten, und hielt den Verkehr während der Aktion für die beiden an. Der 47-Jährige appelliert daher: "Macht die Augen auf, rechnet mit dem Unfassbaren. Es kann alles passieren." Viele Leute würden lieber wegschauen. Dabei sollte es eigentlich normal sein, zu helfen, merkt Klebowski an.

Seine Hilfsbereitschaft weiß man auch im Ort zu schätzen: Neben dem Bürgermeister lobten auch seine Feuerwehrkameraden die Aktion. Auch im Netz ist die Begeisterung groß. Dennoch betont Klebowski: "Ich bin nur ein Mensch, kein Held!"

Auf der B173 bei Lichtenfels ist derweil Glatteis mehreren Fahrern zum Verhängnis geworden. Infolge einer Massenkarambolage wurden mehr als ein Dutzend Menschen verletzt.