Die Ausreden kennen die Beamten schon: "Ich bin knapp dran", "Ich habe einen Termin", sagen die, die zu schnell unterwegs sind. "Ich hab nur mal schnell drauf geschaut, ob eine Nachricht da ist", sagen die, die während der Fahrt aufs Handy geguckt haben. Und eines haben sie oft gemeinsam: "Normalerweise mache ich das nicht."

Doch die Ablenkung durch das Mobiltelefon und überhöhte Geschwindigkeit sind oft die Ursachen für schwere Unfälle. Deshalb kontrollierten die Polizeiinspektionen in Kulmbach und Stadtsteinach am Freitag mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei an mehreren viel befahrenen Stellen in Stadt und Landkreis Kulmbach die Verkehrsteilnehmer - unter anderem auf den Bundesstraßen, am Schwedensteg und in 30er-Zonen.

Sowie auf der Straße bei Katschenreuth. "Hier gibt es immer wieder Beschwerden von Bürgern, dass zu schnell gefahren wird", erklärte Einsatzleiterin Polizeioberkommissarin Kathrin Weißerth. Tempo 70 gilt dort.

Mit der Laserpistole messen die Beamten die Geschwindigkeit der herannahenden Fahrzeuge. Bis zu einem Kilometer weit können die Autos dazu entfernt sein. Wer zu schnell ist, wird rausgezogen und kontrolliert. Dabei sind die Polizisten mit ihren Warnwesten weithin sichtbar. "Die Kontrolle soll präventiven Charakter haben, nicht Abzocke sein", erklärt Weißerth.

Die Beamten verlassen sich bei den Kontrollen auch auf ihr Gespür und werden dabei fündig: Bei einem alten Auto ist der TÜV schon seit Monaten abgelaufen. Der Fahrer muss nun 25 Euro Strafe zahlen und sein Auto zur Überprüfung vorfahren.

Die Bilanz vom Freitag sieht gut aus: "Für den heutigen Kontrolltag mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei können wir eine positive Bilanz ziehen. Während der Kontrolldauer von rund vier Stunden an verschiedenen Örtlichkeiten in Stadt und Landkreis wurden neun Geschwindigkeitsverstöße festgestellt, bei denen der ,Spitzenreiter' die Höchstgeschwindigkeit um 22 km/h überschritten hatte", erklärte die Einsatzleiterin nach Abschluss der Aktion.

Insgesamt sieben Verkehrsteilnehmer mussten wegen Handynutzung am Steuer sanktioniert werden. Wer meint, dass nur junge Leute während der Fahrt aufs Mobiltelefon schauen, der irrt. Das zieht sich laut Polizei durch alle Altersschichten, egal ob Mann oder Frau. Dabei sind es gar nicht so sehr die Telefonate, die ablenken, sondern die Text- und Sprachnachrichten, die zum Blick auf das Smartphone verlocken. Das Handy taucht in den Unfallstatistiken allerdings nur selten auf, weil ein Nachweis über die Nutzung nach einem Unfall oft nur schwer zu finden ist.

Neben den Tempo- und Smartphone-Sündern wurden einige Fahrer wegen Verstößen gegen die Gurtpflicht verwarnt.