Wie lernt es sich am besten? Jeder Schüler hat dafür sein eigenes Rezept. Moritz Sesselmann braucht Rockmusik im Hintergrund. "Dann fällt es mir leichter, mich auf bestimmte Dinge zu konzentrieren", sagt der 21-jährige Kulmbacher. Minigolfen und Musikhören sind für ihn in den vergangenen zwei Jahren der Ausgleich zum Büffeln und Pauken gewesen. Beim Lauschen der Töne habe er herrlich entspannen können. "Dann wird man klarer im Kopf und bringt mehr Leistung."

1500 Euro als Prämie

Eine Superleistung vollbringt der Schüler an der Adalbert-Raps-Schule, der beruflichen Oberschule Kulmbachs. Der Absolvent des technischen Zweiges der Berufsoberschule (BOS) besteht das Fachbitur mit dem hervorragenden Notendurchschnitt von 1,19. Ihm wird der mit 1500 Euro dotierte Adalbert-Raps-Preis überreicht.

Der mit 1000 Euro dotierte Adalbert-Raps-Preis geht an einen Schüler des wirtschaftlichen Zweiges der Fachoberschule (FOS): Tobias Bär aus Forstlahm hat sein Fachabitur mit der hervorragenden Note von 1,34 abgeschlossen. Ebenfalls mit einem Adalbert-Raps-Preis wird Annalena Küfner aus Trebgast (1,36) ausgezeichnet, die den wirtschaftlichen Zweig der Schule besucht hat. Sie freut sich über 750 Euro.

Auf zu neuen Ufern

"Machen Sie sich mit dem Abi in der Tasche auf zu neuen Ufern. Nutzen sie dabei das in den vergangenen Jahren an der Kulmbacher Schule erarbeitete Rüstzeug", gibt Florian Schneider, Vorstandsmitglied der Adalbert-Raps-Stiftung den jungen Leuten mit auf ihren weiteren Lebensweg. Insgesamt 112 Schüler aus den 12. Klassen, die das Fachabitur erworben haben, werden verabschiedet. 100 von ihnen haben die FOS besucht, zwölf die BOS.

Um in Zeiten der Covid-19-Pandemie das Abstandsgebot einhalten zu können, wird in diesem Jahr in der Kulmbacher Petri-Kirche verabschiedet, die auch noch Platz für die 13. Klassen bietet. Schulbester der Jahrgangsstufe 13 ist Lukas Biernstiel aus dem Kronacher Ortsteil Fischbach mit einem Notendurchschnitt von 1,21. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Schüler der Fachoberschule die Fachabiturprüfung mit dem famosen Notendurchschnitt von 1,07 abgeschlossen und war dafür mit dem Adalbert-Raps-Preis ausgezeichnet worden. In diesem Jahr überreichen ihm Landrat Klaus Peter Söllner und Schulleiter Alexander Battistella den mit 50 Euro dotierten Landkreispreis.

Diesen erhalten auch Markus Hübner aus Stadelhofen (1,24/Ausbildungsgang DBFH) und der Altenkunstadter Patrick Seinert (1,51) aus der 13. Klasse der BOS.

Die Hochschulreife in der Tasche

Von den 33 Absolventen der 13. Klassen haben 27 Männer und Frauen die allgemeine und sechs die fachgebundene Hochschulreife in der Tasche. 25 haben die FOS und acht die Berufsoberschule (BOS) besucht. Elf junge Leute haben den Ausbildungsgang DBFH durchlaufen, also eine duale Ausbildung zum Mechatroniker an der Lorenz-Kaim-Berufssschule in Kronach mit dem Abschluss des Fachabiturs an der Kulmbacher FOS verbunden.

Der eingangs erwähnte Moritz Sesselmann hatte sich nach einer Lehre zum Orthopädieschuhmacher bei der Kulmbacher Firma Sesselmann entschlossen, erneut die Schulbank zu drücken, um sich für eine spätere Berufswahl mehr Optionen offen zu halten. "Das Schulwissen, das ich im Hinterkopf abgespeichert hatte, wurde in der Vorklasse wieder reaktiviert", erzählt der Einserabsolvent. Das positive Klima an der Schule habe ihn immer wieder zum Lernen motiviert. So erklärt sich Sesselmann seinen hervorragenden Notendurchschnitt.

Jetzt steht das Studium an

Einen Schlussstrich unter das Büffeln hat der Kulmbacher noch nicht gezogen. An der 13. Klasse der Adalbert-Raps-Schule will Sesselmann seine Schullaufbahn mit dem Erwerb der allgemeinen Hochschulreife krönen, um an einer Universität studieren zu können. Der 21-jährige zählt Chemie, Deutsch und Mathe zu seinen Lieblingsfächern und in die Richtung eines dieser drei Fächer soll auch sein Studium gehen.

"Sie können stolz sein auf ihre geleistete Arbeit und sich gebührend feiern lassen", sagt Schulleiter Alexander Battistella. Während Landrat Klaus Peter Söllner vom "hochwertigen Schulabschluss an einer Schule mit Qualitätssiegel" schwärmt, steht für Oberbürgermeister Ingo Lehmann fest: "Ihr, liebe Absolventen, seid Aushängeschilder für die Stadt und den Landkreis Kulmbach."

"Mit Abstand die Besten"

Ulrike Berner vom Elternbeirat verspricht seitens der Eltern: "Wir haben Euch bisher Halt und Orientierung gegeben und werden auch zukünftig in Eurem Heimathafen immer eine Anlegestelle für Euch freihalten." Lukas Birnstiel, der gemeinsam mit Stephanie Vießmann die Schülerrede hält, stellt augenzwinkernd fest: "Wir waren mit Abstand die Besten!"

Mit einer Andacht und Segensworten umrahmen Pfarrerin Katharina Winkler von der Petrikirche, Pfarrer Wolfgang Oertel aus Untersteinach und Religionslehrer Christoph Haberecker, assistiert von mehreren Schülern, die Feier. Oertel, der Religionslehrer an der Schule war und demnächst die Stelle des Dekans in Münchberg antreten wird, verabschiedet sich von Schülern und Lehrern: "Es war toll bei euch!" Heiner Beyer an der Kirchenorgel verleiht der Verabschiedung festlichen Glanz.