Die Zahl wirkt bedrohlich: Über 111 000 Kinder und Jugendliche sind im zurückliegenden Jahr auf dem Schulweg verunglückt. Dass Stadtsteinach in dieser Statistik nicht vorkommt, ist kein Zufall. Hier werden seit Jahrzehnten in vorbildlicher Weise Schülerlosten ausgebildet und eingesetzt, die für mehr Sicherheit an der Straße sorgen. Jetzt treten 22 Mädchen und Jungs der siebten Klasse erstmals ihren ehrenamtlichen Dienst an.
 


60 Kinder und Jugendliche sind dabei


Die Schülerlotsen stehen ab nächster Woche wieder zweimal täglich mit Kelle und Warnweste vor der Grund- und Hauptschule in Stadtsteinach. Dabei sichern sie vor allem die jüngeren Mädchen und Jungen beim Überschreiten der Straße.

60 Kinder und Jugendliche verrichten diesen Dienst - ganz egal, ob die Sonne scheint, ob es regnet oder schneit. Die Freiwilligen stammen aus den Klassen acht und neun. Aber auch Siebtklässler sind mit von der Partie. In dieser Jahrgangsstufe werden die Mädchen und Jungen für ihren Dienst vorbereitet. Das übernimmt der Verkehrserzieher der Polizeiinspektion Stadtsteinach, Ralf Maisel.

Er hat die Siebtklässler in den vergangenen Wochen ausgebildet und überreichte ihnen im Beisein des Klassenlehrers Bernd Fritsch nach bestandener Prüfung ihre Lotsenpässe.

 

 


Übungen mit der Laserpistole


"Am Verkehrshelferübergang ist es besonders wichtig, dass man die Geschwindigkeit des näherkommenden Autos richtig einschätzen kann. Dafür wurden auch praktische Übungen mit der Laserpistole durchgeführt", erklärte Maisel.

Aber auch die Grundzüge der Straßenverkehrsordnung, das richtige Einschätzen von Gefahrensituationen im Zusammenhang mit dem Fehlverhalten anderer Verkehrsteilnehmer und die Aufgaben und Pflichten eines Schülerlotsen wurden besprochen.

Zwischendurch führten die Freiwilligen zur Stärkung des Sozialverhaltens verschiedene Rollenspiele durch. Opfer- und Helferverhalten wurden dabei besonders herausgearbeitet. "Schließlich ist Zivilcourage in der heutigen Zeit besonders wichtig", so der ehemalige Jugendkontaktbeamte Maisel.

 

 

 

 


Auch an den Haltestellen im Einsatz


Einige der Freiwilligen werden auch als Schulbuslotsen eingesetzt. Das bedeutet, sie sichern zusätzlich die Bushaltestellen in ihren Heimatorten. Zumindest dort, wo es Sinn macht, passen sie auf, dass während der An- und Abfahrt nichts passiert, dass das Besteigen ohne Gedränge abläuft und dass sich auch im Bus ordentlich verhalten wird.

Erfreut von der Initiative zeigte sich Rektor Michael Pfitzner. "Die Alte Pressecker Straße ist stark frequentiert. Da ist es sehr wichtig, die Sicherheit zu steigern", unterstrich er. Neben dem rein praktischen Wert habe die Ausbildung einen positiven Nebeneffekt: Die Mädchen und Jungs würden animiert, Verantwortung zu übernehmen - ein wichtiges pädagogisches Ziel.

 

 

 

 


Mit Feuereifer bei der Sache


Positiv äußerte sich auch Klassleiter Bernd Fritsch. Der Bayreuther, der heuer erstmals in Stadtsteinach unterrichtet, berichtet vom großen Engagement seiner Klasse. Die Mädchen und Jungs seien mit Feuereifer bei der Sache gewesen. Und sie waren sehr erfolgreich: Alle 22 Kids haben die Abschlussprüfung zum Schülerlotsen bestanden.

Neben Stadtsteinach sind auch noch in Neuenmarkt und Marktleugast Schülerlotsen im Einsatz.