Kulmbach
Naturschutz

Igel brauchen Hilfe: Mit dieser App können Sie mithelfen

Der Landesbund für Vogelschutz setzt bei seinem Projekt "Igel in Bayern" auf die Hilfe der Bürger. Sie können Igel online und per App melden. So sollen Schutzmaßnahmen entwickelt werden.
Der Winterschlaf ist vorbei: Die meisten Igel sind wieder aktiv. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Mit dem Frühlingsbeginn kommen auch die ersten Igel aus ihren Winterquartieren. Deshalb sind ab sofort wieder alle Naturfreunde aufgerufen, jeden beobachteten Igel dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) zu melden.

Seit 2015 sammeln die Naturschützer mit dem Bürgerforscher-Projekt "Igel in Bayern" Daten, um mehr über den heimlichen Gartenbewohner herauszufinden. In den bisherigen fünf Projektjahren gingen knapp 90 000 Meldungen mit insgesamt mehr als 115 000 gemeldeten Igeln über die Webseite und die App ein. "Obwohl der Igel flexibel, anpassungsfähig und ein wahrer Überlebenskünstler ist, steht er mittlerweile auf der Vorwarnliste der "Roten Liste bedrohter Säugetiere in Bayern. Seine Gesamtsituation ist bedenklich", so das Fazit der LBV-Igelexpertin Annika Lange.

Das sechste Projektjahr soll weitere wertvolle Daten liefern, um konkrete Schutzmaßnahmen für den Igel zu entwickeln. Mitmachen ist ganz einfach: jeden lebendigen oder toten Igel unter www.igel-in-bayern.de oder über die Igel-App melden. Wer regelmäßig die gleiche Strecke fährt, kann sich mit einer E-Mail an igel@lbv.de als "Igel-Pendler" registrieren.

Autos sind eine Gefahr

Beginnt der Frühling, erwachen auch die ersten Igel aus dem Winterschlaf. Abhängig von Wetter und Standort des Winterquartiers kann dieser Zeitpunkt ganz unterschiedlich sein. "Die ersten Meldungen von rund 270 in Bayern umherwandernden Igeln haben uns bereits erreicht", sagt Lange. "Langsam sind die meisten Igel wieder richtig aktiv."

Insektenfutter ist derzeit noch rar, sodass die Tiere auf ihrer Nahrungssuche zum Teil weite Strecken zurücklegen müssen. Oft muss der Igel dabei gefährliche Straßen überqueren und wird häufig von Autos überfahren. Der LBV bittet deshalb alle Autofahrer an die hungrigen Langschläfer zu denken und langsamer zu fahren, vor allem in der Dämmerung und nachts. "Igel flüchten nicht bei Gefahr, sondern rollen sich zu einem stacheligen Ball. Deshalb einen Igel auf der Straße nach Möglichkeit immer zwischen die Räder nehmen", rät die LBV-Igelexpertin.

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Und wer dem Igel im eigenen Garten helfen möchte, kann ihm eine Schale Wasser bereitstellen: "Das Erste, was Igel nach dem Winterschlaf haben, ist Durst", erklärt die LBV-Artenschützerin. Solange die Igel in der Natur noch nicht genug Nahrung finden, können sie im Garten kurzfristig auch zugefüttert werden. Am besten eignet sich Katzenfutter, schädlich hingegen ist Milch. "Spätestens Anfang Mai kommen die Igel dann aber problemlos ohne Hilfe zurecht und brauchen auch kein zusätzliches Futterangebot mehr", so Lange weiter. red