In die Spendierhosen geschlüpft waren offenbar die Himmelkroner Gemeinderäte vor ihrer Sitzung am Dienstagabend. So beteiligt sich die Gemeinde am Wirtschaftswegebau mit 111.440 Euro, für den gemeindlichen Bauhof wurden rund 145.000 Euro lockergemacht. Das Geld ist für Investitionen in den Maschinenpark und die Einfriedung mit einer vollautomatischen Toranlage. Auf Zustimmung stießen ferner die Zuschussanträge der katholischen Filialkirchenstiftung (Sitzbank) und des TSV Himmelkron (Rasenmäher).

Wie Bürgermeister Gerhard Schneider (CSU) mitteilte, werden im Zuge der Zweitflurbereinigung Himmelkron weitere Wege ausgebaut. Konkret geht es um den Wirtschaftsweg von Himmelkron nach Streit, der auf 3,5 Meter verbreitert werden soll. Die Kosten belaufen sich auf 290.000 Euro. Die Gemeinde wird dazu neben dem zehnprozentigen Anteil als Straßenbaulastträger 83.700 Euro leisten.


Schätzkosten sind wohl sicher


Ähnlich verhält es sich für das 850 Meter lange Wegestück zwischen der Wirsberger Straße und der Bundesstraße 303. Hier erfolgt der Ausbau allerdings lediglich auf einer Breite von drei Metern mit zu erwartenden Kosten von 146 000 Euro. Der Eigenanteil der Kommune liegt bei 27.740 Euro.

Zur Frage von Rudi Gumtow (SPD), ob man hinsichtlich der Schätzkosten noch Überraschungen erleben könnte, teilte Harald Peetz (CSU) als Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft mit, "dass das Amt für Ländliche Entwicklung bisher mit seinen Schätzungen immer auf der sicheren Seite lag".


"Muss denn jeder Furz angeschafft werden?"


Den Auftrag für die Teileinfriedung des Bauhofgeländes auf einer Länge von 85 Metern und den Einbau eines automatischen Schiebetors erhielt die Firma Zaunbau Weber aus Krumme Fohre für 12.640 Euro. Einen kleinen Disput gab es bei der Frage, ob für die Toranlage Handsender ausreichend sind oder ob darüber hinaus noch eine Mobilfunksteuerung für erforderlich gehalten wird.

Gegen die zusätzliche Technik sprach sich vor allem Bürgermeister Gerhard Schneider aus: "Muss denn jeder Furz angeschafft werden? Das widerstrebt mir!" Er wurde aber mit weiteren vier Gemeinderäten von elf Kollegen überstimmt. Bei Kosten von 690 Euro für diese Mobilflunktechnik stellte Alfons Lauterbach (FW) vor allem die Wirtschaftlichkeit der Anschaffung heraus. Zusätzlich werden zehn Handsender zum Gesamtpreis von 350 Euro angeschafft.


Teurer Kriechgang


Ein Kommunalfahrzeug des Typs "Lindner Uni-Trac" wird bei der Firma Degner in Hof zum Preis von 96.850 Euro gekauft. Auch hier gab es bei der Frage, ob ein Kriechgang notwendig ist, um später auch ein Mulchgerät anbauen zu können, eine konträre Aussprache, die am Ende mit zehn zu sechs Stimmen für die zusätzliche Anschaffung für 1430 Euro endete.

Der Aufbausalzstreuer wird für 18.500 Euro über die Baywa in Bayreuth beschafft. Hinzu kommen Schüttboxen zum Preis von 14.680 Euro.

Dritter Bürgermeister Peter Aßmann (SPD) sprach noch die Waschhalle am Bauhof an, die als letzte Maßnahme im Dreijahresplan verwirklicht werden soll. Er schlug einen anderen Standort vor, der auch eine größere Ausbaubreite ermöglichen würde. Harald Peetz meinte, dass hier das letzte Wort noch nicht gesprochen sei.
Für Thomas Ködel aus Lanzendorf werden die Kosten des Feuerwehrführerscheins von netto 1950 Euro übernommen. "Wir brauchen Feuerwehrleute, die auch unsere Autos fahren können", sagte Harald Peetz.


Ladestation an der Autobahnkirche


Länger diskutierte das Gremium über den Aufbau einer E-Ladeinfrastruktur am Parkplatz der Autobahnkirche für 4230 Euro. Gegen die Stimme von Peter Pöhlmann ("Hier versucht man auf Kosten der Kommunen die Elektromobilität voranzutreiben") wurde der Bau der E-Ladesäule genehmigt.

Gerhard Schneider teilte noch mit, dass in der Gemeinde 320 Garten-Wasserzähler im Einsatz sind, die wie die gemeindlichen Wasserzähler der Eichpflicht unterliegen. Zuständig seien hier jedoch die Gartenbesitzer, und zwar auf ihre Kosten. Er kündigte an, dass künftig keine Garten-Zähler in der Gebührenabrechnung berücksichtigt werden, die nicht geeicht sind.