Ach so, na klar, die Europäische Union. Von dort kamen und kommen ja schon immer mal seltsame Gesetze, die uns den richtigen Umgang mit Spülhandschuhen, Keksen, Staubsaugern, Dudelsäcken oder krummen Gurken ans Herz legen.

Nun also der Datenschutz. Haben Sie in den vergangenen Wochen massenweise Post von Verlagen, Behörden, Physiotherapeuten, Veranstaltern, Museen, Vereinen oder Firmen erhalten? Ich schon. Irgendwie kam von allen das gleiche, aber kapiert habe ich es am Ende dann doch nicht.


Betätigungsfeld für Juristen


Das ist aber auch schwer zu verstehen. Jeder gibt heute in den sozialen Netzwerken so gut wie alles über sich preis: was er gerade isst oder trinkt, was er auf dem Klo gelesen hat, wo er gerade in Urlaub ist oder was er am Abend vorhat. Und plötzlich kommt so eine DSGVO und will die Rechte der Bürger im Umgang mit ihren Daten stärken.

Uns Journalisten stellen sich zusätzliche Fragen. Zum Beispiel: Muss jetzt wirklich jeder, der auf einem Bild zu sehen ist, das ich in der Zeitung veröffentlichen möchte, vorher schriftlich zugestimmt haben? Wenn dem so ist, dann ist für mich klar, was passieren wird: Leute werden sich, zum Beispiel beim Kulmbacher Bierfest, immer schön in der Nähe des Fotografen aufhalten. Und wenn sie dann am nächsten Morgen in der Zeitung zu sehen sind: ab zum Anwalt und Schadensersatz einklagen. Wenn das mal kein neues Betätigungsfeld für Juristen ist.


Endstation Virenschutz


Dann kam die erleuchtende Post aus dem Rathaus, zumindest dachte ich das. In einer E-Mail wies man mich freundlich auf eine Adresse hin, unter der die neue Verordnung leicht verständlich erläutert sei.

Super, dachte ich und klickte auf den Link. Dann musste ich wirklich lachen. "Dieser Verbindung wird nicht vertraut", warnte mich mein Antivirussystem.