Bürgermeister Robert Bosch (CSU) würdigte die beiden Geehrten am Mittwochabend im Rahmen einer Festsitzung des Gemeinderats in der Schulturnhalle:

Hans Jürgen Sack (56) ist 1976 in die Wasserwacht Mainleus eingetreten. Er leiste durch Wachdienste im Mainleuser Hornschuchbad einen unverzichtbaren und unschätzbaren Beitrag für die Sicherheit der Badegäste.

Von 1979 bis 1983 übernahm er die Aufgabe des Jugendleiters. Eine aufwändige Aufgabe, weil die Wasserwacht von allen Vereinen im Gemeindegebiet den größten Jugendanteil habe, so Bosch. Bei aktuell 240 Mitgliedern seien zwei Drittel dem Nachwuchs zuzuordnen.

Auch im Vorstand der Wasserwacht ist er aktiv: Heuer werden es 37 Jahre, dass er als Kassier die Finanzen der Gruppe im Blick hat.

In der Kreiswasserwacht steht Hans Jürgen Sack der Schnelleinsatzgruppe Wasserrettung als Bootsführer zur Verfügung. Zu jeder Tages- und Nachtzeit kann er von der Rettungsleitstelle zu einem Notfall gerufen werden.

Darüber hinaus ist Sack seit 2007 in der Leitungsebene der Kreiswasserwacht als kaufmännischer Leiter im Bereich der Finanzen eingebunden.

Doch damit nicht genug: Im BRK-Kreisverband Kulmbach ist Hans Jürgen Sack seit 2005 im Haushaltsausschuss und seit 2017 dessen stellvertretender Vorsitzender. Zudem unterstützt er das Rote Kreuz ehrenamtlich im Bereich Pflege/Senioren.

Und eine musikalische Ader hat er auch: Im Musikverein, dem er 1980 beigetreten ist, spielt er Posaune. Auch ist er hier der Kassenprüfer.

Bürgermeister Bosch: "Durch seinen ehrenamtlichen Einsatz über Jahrzehnte hinweg hat Hans Jürgen Sack entscheidend dazu beigetragen, das Leben in unserer Gemeinde sicherer und menschlicher zu machen, kulturell zu bereichern und der Jugend eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung zu bieten."

Dann wandte sich der Bürgermeister an Tim Pistor:

"Verglichen mit den bisherigen Ehrungen hat seine Auszeichnung einen sehr innovativen Charakter", sagte Bosch. Zwar ist Pistor auch in vielen Vereine engagiert (Feuerwehr Buchau/Dörfles, Wasserwacht Mainleus, Mainleuser Geschichts- und Heimatfreunde), ausgezeichnet wurde er aber für drei herausragende Initiativen, die Pioniergeist zeigten:

1. Tim Pistor (32) entwickelte ehrenamtlich und eigeninitiativ die Homepage für das Mainleuser Freibad (www.freibad-mainleus.de). Neben aktuellen Informationen (Wasser- und Außentemperatur) enthält die Web-Seite viele Rahmendaten zum Freibad. Und - was Bürgermeister Bosch besonders gefällt - viele Bilder, unter anderem auch Aufnahmen aus der Luft.

2. Der junge Mann ist der Hauptinitiator des Buchauer "Dorfdefibrillators", der am Feuerwehrhaus angebracht und mit der Rettungsleitstelle in Bayreuth verbunden ist. Pistor zeichnet nicht nur für die Initiative verantwortlich, sondern sorgte auch für die Sponsorenakquise, die erforderliche Koordination und das spätere Ausbildungsangebot für die gesamte Dorfbevölkerung.

3. Außerdem hat Tim Pistor die Mainleuser Chroniken von 1966 und 2007 digitalisiert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Durch die Verwirklichung eines Wikipedias für die Mainleuser Geschichte (www.mainleus.info) habe er zudem die Möglichkeit geschaffen, dass alle Internetnutzer an der Geschichtsschreibung der Gemeinde mitwirken, die Chroniken ergänzen oder einfach Bilder aus früheren Zeiten hochladen und Ereignisse beschreiben können.

Landrat Klaus Peter Söllner (FW) sprach von einer außergewöhnlichen Auszeichnung für außergewöhnliche Leistungen. Als BRK-Kreisvorsitzender wisse er die Arbeit von Hans Jürgen Sack zu schätzen. "Er hat die hohe Auszeichnung verdient."

An Tim Pistor gewandt, sagte er: "Das ist ein Signal, dass auch junge Menschen sich verdient machen und entscheidende Arbeit für die Gemeinde leisten können." Andere Kommunen würden sich glücklich schätzen, wenn sie solche jungen Leute am Start hätten.

Für die beiden Geehrten bedankte sich Hans Jürgen Sack für die Auszeichnung. Er engagiere sich seit 40 Jahren gerne, "weil die Kameraden passen", erläutere er den Hintergrund für seinen Einsatz.

Abschließend gab Bürgermeister Bosch einen Ausblick auf 2018. Er nannte die Sanierung des Spinnstubenareals (ein Projekt im zweistelligen Millionen-Bereich) und den Ideenwettbewerb für das Spinnereigelände. 20 Architekturbüros würden an den besten Ideen für die Beplanung des riesigen Areals tüfteln. Für den Erwerb Grunderwerb der Industriebrache habe der Freistaat erst vor vier Wochen eine Förderung in Höhe von zwei Millionen Euro überwiesen, teilte er mit.


Für die festliche Umrahmung sorgte der Musikverein Mainleus.