Zu einer empfindlichen Geldstrafe von 3500 Euro hat das Amtsgericht einen 37-jährigen Mann aus Kulmbach verurteilt. Der Handwerker hatte eine Frau ganz übel bedroht. Er werde ihr Auto und ihr Haus anzünden, sie aufschneiden und umbringen, hatte er ihr auf Whatsapp geschrieben.
Hintergrund ist, dass die Frau mit seiner Ehefrau ein Verhältnis eingegangen war. Mittlerweile leben der Angeklagte und die beiden Frauen zu dritt in einem Haus. Ob das auf Dauer gut geht? Richterin Sieglinde Tettmann hatte daran begründete Zweifel.
 


Schon mehrmals im Gefängnis


Mit dem Urteil hatte der Mann noch Glück, denn Anklagevertreterin Eva Heßler hatte zuvor eine dreimonatige Gefängnisstrafe beantragt. Grund dafür ist, dass der Mann exakt 25 Vorstrafen in seinem Register hat. Von schwerem Raub über Freiheitsberaubung und Körperverletzungen bis hin zu Drogengeschichten war alles nur Denkbare unter den Vorahndungen. Allein 16 Mal wurde der Angeklagte wegen Diebstahls verurteilt, mehrere Jahre verbrachte er bereits in verschiedenen Haftanstalten.

Nun habe er in Kulmbach ein neues Leben beginnen wollen, sagte der 37-Jährige. Er habe eine erfolgreiche Therapie hinter sich, sei seit fünf Jahren straffrei und habe im Juli 2016 geheiratet. Das Glück schien perfekt, bis die 34-Jährige auftauchte und seiner Ehefrau ganz offensichtlich den
Kopf verdrehte.

 

 


Ein Riesenblödsinn


Die Frau im Chat zu bedrohen, das sei trotzdem ein Riesenblödsinn gewesen, sagte der Angeklagte, der die Tat ohne Umschweife und ohne irgendetwas schön zu reden einräumte. Er sei besoffen gewesen und habe Mist gebaut. Er habe das alles nicht gewollt und sich auch längst entschuldigt.
Das Opfer sprach im Zeugenstand von "ganz bösen Nachrichten". Sie habe große Angst gehabt, sagte die Frau, zumal sie den Angeklagten auch in Verdacht hatte, dass er ihr schon mal die Luft aus den Autoreifen gelassen habe. Die Beziehung zur Ehefrau des Angeklagten räumte die Frau nicht offen ein. Sie habe halt momentan keine andere Wohnung und stehe finanziell schlecht da, sagte sie.
Die Ehefrau des Angeklagten wurde nicht vernommen.

Aufgrund der erheblichen Vorstrafen und der offenen Reststrafenbewährungen zum Tatzeitpunkt forderte Anklagevertreterin Eva Heßler die dreimonatige Gefängnisstrafe. Sie sehe keine positive Sozialprognose, denn alle bisherigen Strafen hätten den Angeklagten ja ganz offensichtlich nicht beeindrucken können, so die Staatsanwältin.

Richterin Tettmann wandelte die geforderte Haftstrafe dann aber doch in eine Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu jeweils 50 Euro (3500 Euro) um. Auch wenn die Bedrohungen weder gerechtfertigt noch entschuldbar seien, so könne man das Motiv des Mannes doch irgendwie nachvollziehen.
Der Angeklagte habe versucht, von seinem alten Leben loszukommen, als plötzlich jemand in seine Beziehung eingetreten sei. Alkoholbedingt enthemmt habe sich der Angeklagte dann zu den Taten hinreißen lassen. Aufgrund der schwierigen Gesamtsituation sei eine Geldstrafe ausreichend, so die Richterin.