Die eigene Grünphase für Linksabbieger kommt, der nicht nur von den Bürgermeistern favorisierte Kreisverkehr an der unfallträchtigen Kreuzung an der B 303 bei Neuenmarkt/Wisberg ist in den Plänen der Straßenbaubehörde indes nicht vorgesehen.

Die Frage, wie die Kreuzung sicherer gemacht werden kann, war wieder aufgekommen, nachdem sich in der vergangenen Woche erneut ein schwerer Verkehrsunfall ereignet hatte. 27 Mal hat es dort seit 2017 gekracht, wobei nicht nur Sachschaden zu beklagen war. Es gab auch viele Schwerverletzte.

"Einhelliger Meinung"

Schon im Juni hatte ein Vor-Ort-Termin stattgefunden. Dabei wurden die Möglichkeiten eigener Linksabbieger-Phasen an der Signalanlage diskutiert: mit den Bürgermeistern und Verwaltungen, den Vertretern des Landratsamts als zuständiger Straßenverkehrsbehörde, der Polizei und der Signalbaufirma. Das Ergebnis: Man habe sich einhellig für eigene Grünphasen für Linksabbieger auf der B 303 ausgesprochen, die bis dato vor dem Einbiegen auf die Kreis- beziehungsweise Staatsstraße den Verkehr passieren lassen müssen, sagt Fritz Baumgärtel vom Staatlichen Bauamt in Bayreuth. Man sei davon überzeugt, dass so die Sicherheit erhöht werde. Allerdings, so macht er deutlich, werden mit der Neuregelung längere Wartezeiten für die querenden Fußgänger und Radfahrer verbunden sein.

Bauliche Veränderung nötig

Die Maßnahme wurde bereits in die Wege geleitet: Das Landratsamt hat die Einrichtung der eigenen Linksabbiegerphasen angeordnet, das Bauamt hat die Signalbaufirma beauftragt, Änderungen an der Ampelsteuerung vorzunehmen. Auch die Vergabe der Tiefbauarbeiten ist erfolgt. "Es sind andere Signalmaste samt Fundamentierung nötig", sagt Baumgärtel, nach dessen Worten die Bauarbeiten im Oktober beginnen. Nach dem Aushärten der Fundamente würden die neuen Masten gesetzt, anschließend die Verkabelung vorgenommen und die Ampelsteuerung geändert. "Bis spätestens Ende des Jahres sollen die neuen Programme laufen." Während der Bauphase werde es zu Einschränkungen für den Verkehr komme. Die Lichtsignalanlage müsse vorübergehend abgeschaltet werden.

Sie halten an Kreisverkehr fest

Der Grünphase für Linksabbieger kommt. Ist damit der Kreisverkehr vom Tisch, den sich neben den Bürgermeistern Alexander Wunderlich (Neuenmarkt) und Jochen Trier (Wirsberg) auch der Stadtsteinacher Polizeichef Georg Löffler gewünscht hatte? Fitz Baumgärtel stellt fest, dass die B 303 eine überregionale Straßenverbindung ist. "Die Verkehrsbelastung am Knotenpunkt bei Wirsberg ist bei den beteiligten Straßenästen sehr hoch." Nach den Regelwerken gebe es für solche Knotenpunktformen zwei Varianten: die höhengleiche Kreuzung mit Lichtsignalregelung, die vorhanden ist, und eine kreuzungsfreie Lösung mit Verbindungsrampen, bei der eine Brücke die Straße queren würde.

"Himmelkron ist eine Ausnahme"

Ein Kreisverkehr wie bei Himmelkron ("Die dortige Lösung stellt eine Ausnahme dar") sei nicht vorgesehen. Die Möglichkeiten für einen Kreisel bei Neuenmarkt/Wirsberg seien wegen der nahen Bebauung durch Gewerbebetriebe ohnehin "eher begrenzt". Nicht nur der Platzbedarf wäre enorm. Wie der Sprecher des Bauamts mitteilt, würde es sich für Fußgänger und Radfahrer ungleich schwieriger gestalten, die Straße zu queren. Ganz ausschließen mag Baumgärtel aber nicht, dass nicht doch irgendwann größere Maßnahmen an der Kreuzung ergriffen werden. Vor einer Prüfung einer baulichen Veränderung des Knotenpunkts sollten jedoch "alle Möglichkeiten der Optimierung bei der Signalsteuerung genutzt werden".

Dass die Ampelregelung der Weisheit letzter Schluss ist, hatte Georg Löffler, der Leiter der Polizeiinspektion Stadtsteinach, im Gespräch mit der BR bezweifelt. Löffler, der die Kreiselvariante favorisiert, befürchtet, dass man mit der Ampellösung die Linksabbieger fälschlicherweise in Sicherheit wiegen würde.

"Die bessere Lösung"

Für den Neuenmarkter Bürgermeister Alexander Wunderlich (CSU) kann die Grünphasen-Regelung nur ein Zwischenschritt sein, "der natürlich eine Verbesserung bringen könnte". Er halte aber nach wie vor einen Kreisverkehr für die aus Sicherheitsgründen bessere Lösung. "Wir dürfen diese Variante nicht aus den Augen verlieren", erklärt Wunderlich, der mit den anderen Beteiligten das Gespräch mit den Entscheidungsträgern suchen will.

Hilft Emmi Zeulner?

Auch nach Auffassung des Wirsberger Bürgermeisters Jochen Trier (Freie Wähler) sollte die Ampelregelung nicht die endgültige Lösung sein. Wenn diese komme, sollte sie mit einer weiteren Reduzierung der Geschwindigkeit - derzeit gilt Tempo 70 - einhergehen.

An seiner Forderung, dem Bau eines Kreisels näher zu treten, hält er fest. "Wir müssen darüber diskutieren", betont Trier. Schon heute werde er bei einem Ortstermin mit Bundestagsabgeordneter Emmi Zeulner (CSU) über die Problematik sprechen.