Es dampft, schäumt und zischt, wenn in Kulmbachs Gastwirtschaften gekocht wird. So weit - so gut. Wäre da nicht auch noch die Gerüchteküche, die offenbar in Kulmbach ganz besonders heftig brodelt. Schon gehört? Die "Einkehr zur Schmiede" bekommt einen neuen Pächter, und Gastwirt Guido Kögel von der "Weinbrücke" wandert aus ...


Schon viel angedichtet

"Ja", sagt Kögel gelassen, "mir hat man schon viel angedichtet." Erst hieß es, er schlage seine Zelte künftig in Thailand auf. Zuletzt sei er mehr mit Neuseeland in Verbindung gebracht worden. "Komisch, dass ich gar nichts davon weiß, dass ich auswandern will", erklärt er und meint: "Die Gerüchteküche in Kulmbach ist extrem." Er rät, dass die Leute lieber in den eigenen Kochtopf schauen sollten.

Immerhin haben die Gerüchte in seinem Fall einen wahren Kern: Kögel zieht sich aus dem Burghaiger Gasthaus zurück. Es wird nicht verkauft, wie es einmal geplant war, sondern verpachtet. Seine Begründung: "Ich bin allein, meine Mutter ist 75, und wir haben keinen Koch gefunden."


Drei Generationen am Werk

Allerdings ist er bei der Suche nach einem Nachfolger fündig geworden: Drei Generationen werkeln seit Monatsanfang in der "Weinbrücke" - das Ehepaar Höpfner, die Großmutter und der künftige Schwiegersohn, der in dem Burghaiger Lokal Koch gelernt hat. "Wir sind die neuen Gastgeber", sagt Jörg Höpfner und bestätigt ein seit langem kursierendes Gerücht, das sich hier einmal bewahrheitet hat.

Er und seine Frau Silvia sind vom Katzbachtal, wo sie zwei Jahre die Sportgaststätte des TSV 08 führten, an die Weinbrücke gewechselt. "Wir wollten von Anfang an ein Gasthaus mit Hotel, das haben wir jetzt", so Höpfner. "Wir nehmen unseren guten Namen vom Katzbachtal mit und führen die ,Weinbrücke' als fränkische Gastwirtschaft fort."


Sportvereine auf der Suche

Dafür ist nun der Sportverein TSV 08 Kulmbach auf der Suche nach neuen Pächtern. Das Lokal ist derzeit lediglich bei Heimspielen der Fußballer geöffnet. "Dann übernehmen wir die Bewirtschaftung selber", sagt Vorsitzender Günter Kintzel.

Dasselbe Problem hat der ATS Kulmbach, dessen Stadiongaststätte seit einem Jahr verwaist ist. "Es ist in der heutigen Zeit generell schwierig, für ein Sportheim jemanden zu finden", weiß die Vereinsvorsitzende Heidesuse Wagner. Nach Absprache könne das Lokal aber von Vereinsmitgliedern und Abteilungen genutzt werden. Und der Kicker-Club kümmere sich selbst darum, dass jeden Freitag die Spielabende stattfinden.

Während es bei beiden Sportlokalen zu ruhig ist, blühen Klatsch und Tratsch in der Blaich. Was einen Gastwirt aus Untersteinach gewaltig auf die Nerven geht. "Hundertmal langt nicht, dass ich gefragt wurde, ob ich die ,Einkehr zur Schmiede' übernehme", sagt Karl-Heinz Schröder. In seinem "Lindenhof" seien teilweise die Gäste weggeblieben. "Es geht an die Existenz. Die Gerüchte sind geschäftsschädigend!"


Bösartige Kampagne

Der 58-Jährige ist angefressen: "Ich habe in den ,Lindenhof' viel Geld reingesteckt, dann gehe ich doch nach einem Jahr nicht woanders hin." Wer die "bösartige Kampagne" angezettelt hat, weiß er nicht. Er fühlt sich verfolgt wie kürzlich der Himmelkroner Gasthof Opel, dem die Pleite angedichtet worden ist. Schröder: "Nein, ich bin an keiner anderen Gastronomie interessiert."

Neben der "Schmiede", die angeblich sogar abgerissen werden soll, steht seit März mit dem Mönchshof-Bräuhaus ein zweites Lokal der Kulmbacher Brauerei ohne Wirt da. Können dann die Kundgebung des DGB am 1. Mai, das Oldtimer-Treffen im Juni und die Blaicher Kerwa Ende Juni stattfinden?

Dazu teilt Brauereisprecherin Natalia Balacka mit, "dass wir für das Mönchshof-Bräuhaus aktiv nach einem neuen Pächter suchen". Hinsichtlich der Großveranstaltungen auf dem Mönchshof-Gelände "sind wir dabei, Einzelfragen zur Organisation und Durchführung zu klären". Heißt also, die genannten Veranstaltungen finden statt. Von Abrissplänen für die "Schmied" weiß man bei der Brauerei allerdings nichts.


Alles offen

Völlig offen ist die Zukunft des "Weberhof" in Petzmannsberg, wo seit einem Jahr die Küche kalt ist. Bei der Firma Lumen, der das Traditionswirtshaus gehört, heißt es, dass bei dem Gebäude ein erheblicher Renovierungsaufwand besteht. Man überlege, was zu tun ist.

Keine neuen Informationen gibt es vom Restaurant "Nash" im Cineplex-Kino. Eine schriftliche Anfrage bei der Thomas Filmtheater GmbH in Bayreuth blieb unbeantwortet. Offenbar ist es schwierig, das Lokal zu verpachten, weil es keinen Ruhetag geben soll. Aber das ist nur ein Gerücht ...