Was ist schön? Was ist weiblich? Wo sind die Grenzen zwischen lebendiger Wirklichkeit und künstlichen Schaufensterwelten? Diesen Fragen widmet sich die Fotografin Angela George-Morelli in ihren Arbeiten. Sie zeigt typisch Weibliches in unterschiedlichsten Lebenssituationen, verfremdet, beobachtet und öffnet den Blick des Betrachters für neue Sehweisen. "Ich betrachte Menschen und Dinge mit einem fremden Blick - als sähe ich sie zum ersten Mal. "Frauenwelten - Mythos Frau" ist die Ausstellung der 69-Jährigen überschrieben, die ab heute Abend bis einschließlich 2. September im Badhaus zu sehen ist. Die Vernissage beginnt um 19.30 Uhr und ist Auftakt der 2. Kulmbacher Kulturnacht.

Magische Momente


Das Abenteuer Fotografie begann für Angela George-Morelli, die 1943 in Königsberg/Preußen geboren wurde und ihre Schulzeit bis zum Abitur in Kronach verbrachte, erst 2004 nach ihrer Berufstätigkeit als Lehrerin in Bremerhaven und München. Sie zog nach Rom und begann die magischen Momente im Alltäglichen zu entdecken. Ein Teil der präsentierten Bilder ist in Rom entstanden, und es sind das römische Licht und der Wind, dem sie ihre Farbintensität und Dynamik verdanken. Diese Bilder sind so gut wie nicht bearbeitet. Der gemäldeartige Effekt entsteht durch die Wahl des Ausschnittes, durch Licht und Bewegung.
Nach ihrer Rückkehr nach München begann eine spielerisch-experimentelle Phase der Bildbearbeitung. Die Faszination an der reinen Abstraktion, dem spannungsreichen Zusammenspiel von Form, Struktur und Farbe, losgelöst von inhaltlichen Bedeutungen, trat in den Vordergrund.
Schaufensterpuppen solo und im Wechselspiel mit lebendigen Personen faszinieren die Fotografin besonders. Lebendig - tot, natürlich - künstlich, diese Kontrastpaare beschäftigen George-Morelli: "Oft verschwinden reale Personen hinter ihren Idolen und verlieren sich dabei selbst." Kunst und Alltägliches vermischt sich in den Schaufensterwelten der Fotografin, und manchmal versteckt sich eine echte Menschenfrau in der illustren Schar rätselhafter Traumgestalten.

"Wie sa frieher gelebt hom"


Die Vernissage wird musikalisch von der Sopranistin Kristina Scherer aus Bayreuth umrahmt, die im Anschluss auch noch einige Kostproben aus Lied, Oper und Operette vortragen wird.
Ein weiterer Höhepunkt des Abends ist der Open-air-Diavortrag von und mit Erich Olbrich "Kulmboch - wie sa frieher gelebt hom". Der Heimatkundler zeigt Bilder und Ansichten aus längst vergangenen Tagen und gibt einen Einblick in das Leben unserer Groß- und Urgroßeltern. Der Eintritt zur Kulturnacht ist frei.