Was haben Markus Söder und Carmen Hombach gemeinsam? Beide wurden am Freitag einstimmig in verantwortungsvolle Ämter gewählt - Söder zum Ministerpräsidenten, Hombach zur Vorsitzenden der Waldbesitzervereinigung (WBV) Die 50-Jährige kann zudem mit einer weiteren Besonderheit aufwarten: Sie ist die erste Frau an der Spitze der WBV - und die besteht seit nunmehr 63 Jahren!
Ihren Mann steht die Diplom-Forstingenieurin freilich schon seit Jahren. Als Kulmbacher Stadtförsterin (seit 2008) ist sie geradezu prädestiniert für den Job an der WBV-Spitze, der sich im vergangenen Jahr 24 neue Mitglieder anschlossen, so dass sich der Mitgliederstand auf 1763 erhöhte. Die bewirtschaften 84 Prozent (11711 Hektar) der Waldfläche im Landkreis Kulmbach. Nicht dazu gehören die Gemeinden Thurnau, Kasendorf und Wonsees. Die dortigen Waldbesitzer sind in der WBV Hollfeld organisiert.


Engagierte Beraterin

Als stellvertretende Vorsitzende und engagierte Beraterin ist Carmen Hombach schon seit Jahren den WBV-Mitgliedern bestens bekannt, so dass ihre Nominierung für den nun vollzogenen Generationenwechsel fast zwangsläufig war. Die gebürtige Marktleugasterin, die mit ihrer Familie in Burghaig wohnt, tritt in große Fußstapfen. Ihr Vorgänger Rudolf Hafner (der 73-jährige Mainleuser kandidierte nicht mehr, wird als Kassier aber auch künftig für die WBV tätig sein) hat während seiner über drei Jahrzehnte langen Tätigkeit als ehrenamtlicher Geschäftsführer und Vorsitzender maßgeblichen Anteil an der rasanten Entwicklung der WBV Kulmbach/Stadtsteinach, die sich auch im bayernweiten Vergleich nicht zu verstecken braucht.

Alle Redner würdigten die Verdienste Hafners, den "Einsatz, Fleiß, Kompetenz und Menschlichkeit" (MdL Martin Schöffel) auszeichneten, während Landrat Klaus Peter Söllner vor allem die "Sachlichkeit und Dialogbereitschaft" des scheidenden WBV-Funktionärs herausstellte.


Ein Dienstleistungsunternehmen

Nachfolgerin Carmen Hombach erinnerte zudem an die vielen Meilensteine, die Hafner gesetzt hat. Beispielhaft hierfür waren die 2009 vollzogene Umfirmierung der WBV vom Verein zu einem Dienstleistungsunternehmen und der Einstieg 2010 als Gesellschafter bei der WUNBioEnergie GmbH, die ein Biomassekraftwerk betreibt, das die WBV ganzjährig mit Hackschnitzel beliefert.
Welch hohe Wertschätzung die WBV im Landkreis Kulmbach besitzt, zeigte sich am Freitagabend auch durch die Zahl der politischen Prominenz. Neben zwei Landtagsabgeordneten (Martin Schöffel, Freiherrr Ludwig von Lerchenfeld) weilten auch fast alle Landkreis-Bürgermeister oder deren Stellvertreter unter den 200 Besuchern in der Steinachtalhalle, die zum 25. Mal Schauplatz einer Hauptversammlung war.

Im August 2017 rechnete Theo Kaiser noch mit einem tollen Jahresergebnis. "Sogar der Holzverkauf von 50 000 Festmetern schien möglich", berichtete der WBV-Geschäftsführer bei der gut dreieinhalbstündigen Versammlung. Dass am Jahresende lediglich 35 000 Festmeter und somit 5000 weniger als im Vorjahr verkauft werden konnten, lag ausschließlich an den Wetterkapriolen. "Aufgrund der zahlreichen Niederschläge war im September quasi Schluss mit intensiven Waldarbeiten", so Kaiser. Abgesehen von einer kurzen Frostperiode vor wenigen Tagen hielten diese witterungsbedingten Einschränkungen auch zu Jahresbeginn an, so dass viele Arbeiten auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden mussten.


Eindrucksvolles Ergebnis

Nichtsdestotrotz schaffte die WBV 2017 ein eindrucksvolles Ergebnis. Dass ein Jahresumsatz von fast 2,5 Millionen Euro erwirtschaftet werden konnte, lag nicht nur am Holzverkauf mit weiterhin guten Preisen für Fichte und Kiefer, sondern vor allem an zahlreichen Dienstleistungen. Ein Renner sind die Waldpflegeverträge, die mittlerweile 54 WBV-Mitglieder abgeschlossen haben. Gut entwickelt hat sich zudem der Verkauf von ofenfertigem Brennholz.

Dass es im vergangenen Jahr im Landkreis nicht zu der erwarteten Borkenkäfer-Plage kam, lag auch an den zahlreichen Vorsichts- und Durchforstungsmaßnahmen der WBV. Theo Kaiser appellierte, die Bestände weiterhin zu kontrollieren.

Erfreuliches berichtete Steuerberater Günther Späth aus Coburg in seinem Kassenbericht. Durch den ansehnlichen Gewinn konnte das Eigenkapital weiter erhöht werden. "Die WBV steht auf sehr gesunden Beinen, der Bestand ist gesichert."

Ergebnis der Wahl Alle vier Jahre wird bei der Waldbesitzervereinigung (WBV) Kulmbach/Stadtsteinach neu gewählt. 14 Posten galt es in diesem Jahr zu besetzen. Um die Wahl zügig abzuwickeln, wurde den Mitgliedern ein Wahlvorschlag unterbreitet, der einstimmig angenommen wurde:

Bei den Wahlen gab es folgendes Ergebnis:
Vorsitzende: Carmen Hombach (Kulmbach); Zweiter Vorsitzender Rainer Heinz (Presseck); Kassier: Rudolf Hafner (Mainleus); Schriftführer: Horst Degelmann (Premeusel); Ausschussmitglieder: Robert Fürst (Hohenberg), Peter Göppner (Altenreuth), Gerhard Hahn (Dörnhof), Michael Milewski (Hanauerhof), Heinz Opel (Kupferberg), Rainer Schmidt (Waizendorf), Otto Schröppel (Neuenmarkt), Markus Teller (Neuenreuth am Sand); Kassenprüfer: Wolfgang Baumer (Kunreuth), Hans Pezold (Steinbach).