Bis auf das verkohlte Grundgerüst blieb von dem Gebäude nicht viel übrig. Als die Rettungskräfte der Feuerwehren eintrafen, schlugen aus dem Gebäude mit der integrierten Milchkammer die Flammen bereits hoch empor.

Die wichtigste Mitteilung machte der Pressesprecher für die Feuerwehren im Landkreis, Yves Wächter: "Weder Menschen noch Tiere kamen zu Schaden." Später stellte sich dann aber heraus, dass sich zwei Personen leichte Verletzungen zugezogen hatten. Sie wurden vor Ort medizinisch versorgt.

"Gott sei Dank war kein Vieh mehr im Stall. Auch kein Heu und kein Stroh, sondern nur Möbelstücke und Haushaltsgeräte", teilte Besitzer Jürgen Lauterbach mit. "Es waren aber alles keine hochwertigen Sachen."

Um 20.58 Uhr war der Alarm in der Zentralen Rettungsleitstelle in Bayreuth eingegangen. Die Stallung brannte bis auf die Grundmauern nieder. In dem Gebäude wurden früher bis zu 40 Milchkühe gehalten.

Sofort rückten rund 120 Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Neuenmarkt, Hegnabrunn, Schlömen, Kulmbach, Lanzendorf, Wirsberg, Kupferberg, Trebgast, Feuln-Waizendorf, Marktschorgast, Ludwigschorgast und Benk aus. Außerdem waren das BRK mit zwei Rettungswagen und das Technische Hilfswerk mit einem Radlader und der Beleuchtungseinrichtung vor Ort, ebenso die Unterstützungsgruppe Öl des Landkreises Kulmbach. Auch Feuerwehr-Seelsorger Pfarrer Christian Schmidt aus Kirchleus wurde vorsorglich verständigt.

Die ziemlich enge Straße zum Unglücksort bereitete einigen Feuerwehrleuten, die mit Großfahrzeugen angerückt waren, Schwierigkeiten. Sie mussten sich erst eine alternative Zufahrt suchen, bis sie die Aktiven der anderen Löschgruppen unterstützen konnten.

Nach gut einer Stunde hatten die Wehren unter der Leitung von Kreisbrandmeister Reiner Bär das Feuer unter Kontrolle. Die Aktiven konzentrierten sich dabei auch auf die Rettung einer dahinterliegenden kleineren Scheune. Dazu wurde die Wasserversorgung auch von weiter entfernten Hydranten aufgebaut. Yves Wächter: "Dadurch war ein massiver Wassereinsatz möglich."


Hauskatze weckt Ehefrau und löst so Alarm aus

Es war eigentlich die Hauskatze, die in der Wohnung von Jürgen und Bettina Lauterbach den "Alarm" auslöste. "Sie kam plötzlich rein, sprang meiner Frau, die gerade schlief, auf den Bauch und fing zu kratzen an. Bettina dachte erst, was will sie denn, aber im gleichen Moment sagte sie, dass es nach Rauch riecht", erinnert sich Jürgen Lauterbach, der daraufhin sofort aus dem Haus lief, das nur wenige Meter von dem landwirtschaftlichen Gebäude entfernt ist. Dann sah er bereits die Flammen emporsteigen. Er löste sofort den Notruf aus.

Im gleichen Moment traf eine Streife der Polizeiinspektion Stadtsteinach ein, die die Flammen von der Bundesstraße aus wahrgenommen hatten. Lauterbach: "Die Beamten standen bereits im Hof und hatten ebenfalls einen Notruf an die Rettungsleitstelle in Bayreuth abgesetzt."

Eine halbe Stunde vorher war noch ein Mädchen mit seinem Hund an dem Hofgelände vorbeigelaufen, ohne allerdings Wahrnehmungen zu machen.

Jürgen Lauterbach musste mit ansehen, wie seine ehemalige Stallung, in der er früher bis zu 40 Milchkühe hielt, ein Raub der Flammen wurde. Nach dem gegenwärtigen Sachstand muss davon ausgegangen werden, dass nur noch ein Abriss in Frage kommt. Der frühere Landwirt übt diesen Beruf nicht mehr aus und geht einer anderen Tätigkeit nach nach. Der Schaden dürfte im sechsstelligen Bereich liegen.


Brandursache unklar

Unklar ist die Ursache des Feuers. Heute werden die Brandfahnder der Kriminalpolizei Bayreuth erwartet.

Die Brandwache übernahm bis in die frühen Morgenstunden die Feuerwehr Hegnabrunn, die dann gegen 8 Uhr von den Kameraden der Neuenmarkter Wehr abgelöst wurde. Noch am Samstagabend war auch 2. Bürgermeister Alexander Wunderlich vor Ort, der von Landrat Klaus Peter Söllner über den Großbrand informiert wurde.