Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen, das 1906 in Böhmen gegründet und in vierter Generation in Familienhand war, Insolvenzantrag stellen müssen. Die Firma fertigte Musterkollektionen, Verkaufsunterlagen und Präsentationsobjekte für Unternehmen aus dem Großhandel und der Heimtextil- und Sonnenschutzbranche

War man bis Ende vergangenen Jahres noch guter Hoffnung, einen Investor zu finden, so hat sich diese Hoffnung zerschlagen. "Es handelt sich hier um einen sehr abgeschlossenen Markt, auf dem es nicht viele Anbieter gibt", erklärt Wirtschaftsjurist Holger Christian Buehler, der zu einem Sanierungsteam des Insolvenzverwalters Peter Roeger von der Pluta Rechtsanwalts GmbH gehörte und sich um die Rettung des Unternehmens bemühte. Leider vergeblich.

"Dabei ist der Geschäftsbetrieb bis November gut gelaufen. Es ist gelungen, Aufträge zu akquirieren. Das alles hat positiv gestimmt." Aber dann habe der letzte potenzielle Investor abgesagt, bedauert Buehler. "Es gab einfach niemanden, der seinen Betrieb erweitern oder sein Angebot diversifizieren wollte."

Damit habe man nur noch die Aufträge abwickeln und die Zahl der 30 Mitarbeiter sukzessive abbauen können. Ende Januar 2020 sei dann der letzte Mann ausgeschieden.

Mehrere Gründe

Die Beschäftigten hätten bereits mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens im August 2019 ihre Kündigungen erhalten und seien teils nur noch über befristete Verträge zur Abwicklung des Geschäfts in der Firma gewesen.

Mehrere Gründe hatten zur Schieflage des Unternehmens geführt. So habe die Firma bereits die Finanzkrise in den Jahren 2008 bis 2010 zu spüren bekommen, hatte der damalige Geschäftsführer erklärt. Laut Buehler versetzten neben dem Umsatzrückgang dann noch der Wegfall großer Kunden und der Preisdruck durch Billigkonkurrenz aus dem Osten weitere Schläge. Zwar seien neue Geschäftsfelder erschlossen worden, das habe aber nicht ausgereicht, um das Überleben zu sichern.

Lange Kündigungsfristen

Laut dem Wirtschaftsjuristen kam hinzu, dass viele Mitarbeiter teils schon Jahrzehnte bei der ESKA beschäftigt waren und entsprechend lange Kündigungsfristen hatten. Ein schnelles Reagieren auf die Marktlage durch Personalanpassungen sei so kaum möglich gewesen.

An der Qualität der Produkte habe es nicht gelegen, das ESKA schließen musste, betonte Holger Christian Buehler. "ESKA war in ihrem Metier gut. Die Produkte haben eine Qualität, die einen gewissen Preis bedingt - den aber nur wenige bereit sind zu zahlen."